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Wo Sie die Feiertage verschnarchen können

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erstellt am 17.Dez.2012 | 10:41 Uhr

Schwerin/Rostock | Sie sind ein Weihnachtsmuffel und wollen am liebsten das Fest samt Gänse- und allem anderen Schmalz verschnarchen? Dann haben wir was für Sie: "Power Sleeping". Pünktlich zu den Feiertagen öffnet das Hotel Bornmühle zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz mit einem neuen Konzept, das frei übersetzt vielleicht einfach nur "Tiefschlaf" heißen könnte. Sei es drum: Fast alle Zimmer sind nach den Vorgaben eines österreichischen Schlafpsychologen eingerichtet worden, erklärt der recht aufgeweckt klingende Geschäftsführer Richard Wiegert. Herzstück sei natürlich das Bett - ganz ohne Metall und aus Naturstoffen. Geerdet sei das gute Stück außerdem, um elektromagnetsichen Strömungen entgegenzuwirken. Extra-Kissen für den individuellen Schläfertyp fehlen ebenso nicht wie ein so genannter Grün-Schalter: Auf Knopfdruck wird das gesamte Zimmer - bis auf die Minibar (!) und einen Schalter - von der Stromzufuhr abgeklemmt. "Wir schlafen besser und tiefer", sagt Wiegert. Na, dann: Gute Nacht.

Für alle anderen bietet die Küste und der Nordosten sowohl über Weihnachten als auch Silvester wieder eine breite Palette von Attraktionen. Angefangen von den mittlerweile schon traditionellen Feuerwerken zum Jahreswechsel an der Küste - beispielsweise "Leuchtturm in Flammen" in Warnemünde am Neujahrstag oder die Strandfeuerwerke am 31. Dezember in den Usedomer Kaiserbädern - über die Kindersilvesterparty am 31. Dezember in Boltenhagen bis hin zur Küchenparty und Silvestergala im Schloss Groß Schwansee. "Mitarbeiten und Essen", lautet dort das Motto, so Hoteldirektor Thilo Mühl. Tipps und Kniffe des Chefkochs seien inbegriffen, besonders für etwas raffiniertere Gerichte, wie beispielsweise Ravioli mit Hummer.

Das Geschäft insbesondere mit den Silvester-Gästen boomt seit Jahren, so der Landes-Tourismusverband in MV. "Vermutlich liegt es auch am Ausbau der Hardware - von den Wellnessbereichen bis zu den zahlreichen Events, die geboten werden", sagt Sprecher Tobias Woitendorf. Zahlen untermauern das: Als Mitte der neunziger Jahre der Ausbau in den Häusern noch nicht so weit gediehen war, lag die Zahl der Dezember-Übernachtungen im Land noch bei insgesamt 382 884 (für das Jahr 1995). 2001 lag man dann schon bei 775 000 Übernachtungen, vergangenen Jahr waren es 950 000. Auch die Zahl der Häuser, die über die Feiertage nicht schließen steigt: Von 2100 im Jahr 2003 auf mittlerweile 2400 im vergangenen Jahr. Insgesamt gabe es 2011 etwa 3100 Beherbergungsbetriebe im Nordosten.

Während die Hotel- und Pensionsbetten zu Silvester vielerorts gut gefüllt sein werden, haben selbst kurzfristig Anreisende zu Weihnachten noch viele Auswahlmöglichkeiten, so Verbands-Geschäftsführer Bernd Fischer mit Bezug auf eine Umfrage, an der sich rund 300 Vermieter und touristische Unternehmen beteiligten. "Der Unterschied in der Buchungslage zu den Fest- und Feiertagen ist nichts Ungewöhnliches", sagte Fischer. Zwar reisten kontinuierlich mehr Menschen über die Weihnachtsfeiertage in den Nordosten, dennoch bleibe Weihnachten im Gegensatz zu Silvester für viele immer noch ein Fest, das im Familienkreis daheim gefeiert werde.

Das geteilte Bild lasse sich nach Auswertung der Umfrage auch in Zahlen ausdrücken: So rechnet rund ein Viertel der vom Verband landesweit Befragten mit einer Weihnachtsauslastung von mehr als 50 Prozent der Zimmer. Die andere Hälfte der Hoteliers und Pensionsbesitzer, die ihr Haus über die Feiertage geöffnet haben, geht von einer Zimmerauslastung von etwa 30 Prozent aus. Insgesamt und im Durchschnitt dürfte sich die Auslastung über die Weihnachtsfeiertage der Umfrage zufolge bei etwas mehr als 40 Prozent bewegen. Bernd Fischer: "Dies ist kein überragender, aber ein ordentlicher Wert auf dem Niveau der Vorjahre." Für Silvester zeichne sich in allen Regionen und in allen Unterkunftsarten eine starke Nachfrage ab, auch bleiben dann lediglich rund zehn Prozent der Häuser geschlossen. Laut Umfrage werden landesweit und im Durchschnitt vier von fünf der angebotenen Zimmer mit Gästen belegt sein. Dabei geht mehr als die Hälfte der Vermieter von einer Auslastung von über 90 Prozent aus.

Die erhofft sich vielleicht auch die längste Jugendherberge der Welt in Prora. Das Haus lädt mit besonderen Silvesterarrangements zum Jahreswechsel ein: Die Silvesterdekoration für die Party wird gemeinsam gebastelt, bevor der Abend am Lagerfeuer und mit einer gemeinsamen Nachtwanderung ausklingt. Der Eintritt zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl ist im Preis inbegriffen, ebenso wie eine sportliche Silvesterolympiade. Auf Schloss Ulrichshusen können Apartment-Gäste indes festlich und individuell schmausen: Die Weihnachtsgans, gefüllt mit köstlichen Äpfeln und Maronen, ist schon ofenfertig vorbereitet und kann in der Schlossküche abgeholt werden.

Mit einem Wellness-Erlebnis lockt das Hotel Seeklause in Trassenheide: Dort wartet eine Vanille-Zimt-Ganzkörperpackung im Wasserbett auf die Gäste. Auf eine Zeitreise unter anderem mit Oldtimertour, Kutsch- oder Schlittenfahrt können sich schließlich Gäste des Hotels Friedrich-Franz-Palais in Bad Doberan freuen. Und in der Yachthafenresidenz Hohe Düne in Rostock verführt Sternekoch Tillmann Hahn seine Gäste mit einem Sechs-Gang-Menü. Im Anschluss lockt der Ballsaal, in dem nach einem Mitternachts snack bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein geschwungen werden kann. Während die Großen feiern, werden die Kleinen bei einer Kindersilvesterparty von Käpt’n Blaubär, Hein Blöd und der Crew des Kinderschiffs "Elvira" ins neue Jahr geführt. Die kleine Auswahl zeigt: Wer ausgeschlafen ist, findet bestimmt seinen persönlichen Favoriten für die Feiertage an der Küste oder auch im Binnenland.

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