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Förderung : Wirklich alles für das Ehrenamt?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Doppelt hält besser: Sozialministerium und Staatskanzlei starten parallele Initiativen, die letztlich dasselbe Ziel verfolgen

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2014 | 11:50 Uhr

Weiß in der Landesregierung die eine Hand nicht, was die andere tut? Während Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) die Errichtung einer Ehrenamtsstiftung plant, wirbt Sozialministerin Birgit Hesse (ebenfalls SPD) zeitgleich für die Errichtung von MitMachZentralen, die ehrenamtliches Engagement in den Landkreisen und kreisfreien Städten bündeln sollen.

„Wir sehen das nicht als konkurrierende Ansätze an, sondern als einander ergänzende Angebote“, betont Regierungssprecher Andreas Timm. Natürlich stimmten sich Staatskanzlei und Sozialministerium ab, wenn es um die Unterstützung des Ehrenamtes gehe. „Die MitMachZentralen sollen Ansprechpartner auf Kreisebene sein. Hingegen soll die neue Stiftung landesweit Ehrenamtliche bei ihrer Arbeit unterstützen“, differenziert Timm. Die Stiftung, die ihr Kapital aus Haushaltsresten, aber auch durch private Spender bekommen soll, würde sich vor allem an solche Ehrenamtler wenden, die nicht in feste Strukturen eingebunden sind. Im Unterschied zu gut organisierten Bereichen wie Sport, Feuerwehren oder Sozialverbände bräuchten diese Ehrenamtler in vielen ganz alltäglichen Situationen noch Unterstützung.

In Mecklenburg-Vorpommern engagiert sich derzeit bereits jeder Dritte ehrenamtlich – also unentgeltlich und in seiner Freizeit – für einen guten Zweck. Doch einer bundesweiten Umfrage zufolge könnten es noch viel mehr sein: Ein weiteres Drittel würde ein Ehrenamt übernehmen, wenn denn bekannt wäre, welche Möglichkeiten es dazu in der Nähe überhaupt gibt und wie die Rahmenbedingungen aussehen.

Die MitMachZentralen sollen genau hier ansetzen: Sie sollen als eine Art Börse fungieren für Menschen, die ehrenamtlich tätig sein wollen auf der einen und Vereine, Verbände und Institutionen, die ehrenamtliche Tätigkeit anbieten, auf der anderen Seite, erklärt der Sprecher des Sozialministeriums, Christian Moeller. „Sie sollen also Ehrenämter und Ehrenamtliche zusammenbringen.“ Und sie sollen parallel dazu beraten, wenn Fragen zur Versicherung, zur Aufwandsentschädigung oder zum Steuerrecht auftreten. In jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt soll es nach den Vorstellungen des Sozialministeriums mindestens eine, maximal zwei MitMachZentralen geben. Sie können entweder beim Kreis selbst, aber auch bei einem freien Träger angesiedelt sein. Das Land will in diesem und im kommenden Jahr pro Kreis je 10 000 Euro zur Verfügung stellen. Bis zum 25. Juni haben die Kreise Zeit, dem Ministerium gegenüber ihr Interesse zu bekunden.

Erst ab 19. Juni will dagegen der Ministerpräsident mit Ehrenamtlern selbst darüber ins Gespräch kommen, wie sie sich eine Förderung des Ehrenamtes vorstellen. Auf vier „Dialog-Veranstaltungen“, die erste davon in der kommenden Woche in Sternberg, sollen so Ideen für die Ausgestaltung einer Ehrenamtsstiftung zusammengetragen werden. Bis zum Frühjahr 2015 soll daraus ein Konzept entstehen. Wann die Stiftung tatsächlich ihre Arbeit aufnehmen wird, steht noch nicht fest. Die MitMachZentralen dagegen können dem Sozialministerium zufolge schon in diesem Sommer mit ihrer Arbeit beginnen.


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