"Wir werden dem Untergang nicht tatenlos zusehen"

Lorenz Caffier
Lorenz Caffier

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19. Mai 2010, 02:45 Uhr

Herr Innenminister, was bedeutet der Hansa-Abstieg für das Land?

Caffier: Viele Menschen im Land haben mit Hansa gefiebert, für viele stand Hansa in den letzen 20 Jahren für das Land. Allerdings mussten wir im vergangenen Jahr einen sportlichen Niedergang erleben, der nicht nur in den spielerischen Leistungen, sondern auch im gesamten Management und in der Vereinsführung bis in den Aufsichtsrat begründet liegt. Deshalb muss jetzt eine Revision gemacht werden mit dem Ziel, möglichst schnell wieder aufzusteigen.

Was erwarten Sie?

Das muss der Verein festlegen. Es geht um die sportlichen Leistungen und die Spieler, es geht um Vorstand und Aufsichtsrat. Und es geht auch um die Frage Fan-Konzept und Umgang mit gewalttätigen Ausschreitungen.

Das Land bürgt seit 2005 für einen Bankkredit von Hansa mit derzeit 1,8 Millionen Euro. Ist das Geld verloren?

Davon gehe ich nicht aus. Hansa muss auch hier seine Hausaufgaben machen, was die Finanzlage betrifft. Sicherlich wird da einiges gemeinsam zu bereden sein.

Die Lizenzgelder für die Fernsehrechte gehen verloren, der Finanzdruck steigt, ist das Land bereit, noch einmal Geld für Hansa in die Hand zu nehmen?

Erstmal muss Hansa seine Hausaufgaben machen.

Neun Millionen Euro Schulden...

Die Zahl ist bekannt. Aber erst einmal muss der Verein ein vernünftiges Finanzkonzept aufstellen. Dann sehen wir weiter...

1994 hat das Land dem Verein Steuern erlassen, ist das eine Option für Sie?

Wir leben in Zeiten, wo Geschenke und Minderungen gut überlegt sein wollen. Aber eines ist klar, das Land hat sich in den vergangenen Jahren mit dem Verein identifiziert. Das Land ist auch keiner Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Insofern wird sich das Land auch nicht verabschieden, wenn die Frage steht, wie geht es weiter. Wir werden dem sportlichen Untergang nicht tatenlos zusehen. Aber der Ball liegt jetzt erst mal im Spielfeld der Vereinsführung.

Könnten Sie sich als Sportminister vorstellen, sich für den Erhalt der guten Nachwuchsförderung bei Hansa zu engagieren?

Wir können uns nur für das stark machen, was die Vereinsführung als wichtig erachtet. Aber ein Verein, der keine vernünftige Nachwuchsförderung hat, kann sich gleich verabschieden.

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