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Grüne fordern Konzept für Binnengewässer - Glawe lehnt ab : Wie viele Boote und Häfen verträgt ein Fluss?

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Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat es abgelehnt, ein umfassendes Tourismuskonzept für die Binnengewässer in MV vorzulegen. Dazu hatten gestern im Landtag die Grünen den Minister verpflichten wollen.

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erstellt am 01.Feb.2013 | 10:48 Uhr

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hat es abgelehnt, ein umfassendes Tourismuskonzept für die Binnengewässer in Mecklenburg-Vorpommern vorzulegen. Dazu hatten gestern im Landtag die Grünen den Minister verpflichten wollen, scheiterten aber an der SPD/CDU-Mehrheit. Glawe räumte jedoch ein, bereits an zahlreichen "Baustellen" des Tourismus auf Seen, Kanälen und Flüssen im Land zu arbeiten.

Jutta Gerkan (Grüne) betonte, dass inzwischen zahlreiche Mecklenburger und Vorpommern vom Wassertourismus im Binnenland leben. Laut offiziellen Angaben erwirtschaftet die Branche entlang der Ufer der 2000 Seen und 26 000 Kilometer Flüsse und Kanäle inzwischen eine halbe Milliarde Euro pro Jahr. Dennoch gelte es, so Gerkan, den "natürlichen Schatz" zu hüten, den Seen und Flüsse darstellen. "Wie viele Boote und Häfen verträgt ein Fluss?" fragte die grüne Politikerin. Die Nutzung der Gewässer sei nicht grenzenlos möglich. Konflikte mit touristischen Interessen zeichneten sich bereits auf der Warnow oder auf dem Plauer See ab. Deshalb müsse das Land die Pläne einzelner Regionen zusammenführen und gegebenenfalls Kapazitätsgrenzen setzen. Auch Helmut Holter (Linkspartei) forderte ein Gesamtkonzept ein, dies solle aber eher das wirtschaftliche Potenzial des Wassertourismus im Binnenland herausarbeiten.

Minister Glawe bescheinigte den Grünen, einige "richtige" Hinweise gegeben zu haben und dass alle Beteiligten "in einen Dialog" eintreten müssten. Auf jeden Fall fehlten unter anderem Wassertankstellen, Anlegemöglichkeiten für Kanuten und Parkplätze für Wassersportler.

Bernd Fischer, Geschäftsführer der Landestourismusverbandes, verwies auf die Konkurrenz, die im Wassertourismus in Sachsen und Brandenburg heranwachse. "Wir leben hier nicht auf einer Insel der Glückseligkeit." Mehrere Hürden könnten den Aufschwung des Tourismus auf und an Seen und Flüssen ins Stocken geraten lassen. Einerseits, so Fischer, will der Bund einige Wasserstraßen aus seiner Verantwortung abgeben. Die Elde-Müritz-Wasserstraße und die Peene müssten wahrscheinlich vom Land instand gehalten werden. Zudem werden immer mehr Schleusen automatisiert. "Wir brauchen Lösungen, wie Wassertouristen an den Schleusen betreut werden", sagte Fischer. So könnten an den Schleusen Info-Punkte aufgebaut oder Fahrräder verliehen werden, um die manchmal langen Wartezeiten zu "versüßen". Geregelt werden müsse auch der Bootsverkehr bei Niedrigwasser. Es nütze nichts, wenn einheimische Verleiher der Umwelt zuliebe keine Boote mehr ausgeben, aber Verleiher von auswärts dabei nicht mitziehen.

Die Linkspartei versuchte unterdessen im Landtag noch einmal , die SPD in Sachen Betreuungsgeld zum Jagen zu tragen. Die geplanten 100 Euro pro Monat für jene Familie, die ihre ein- und zweijährigen Kinder nicht in eine Kita geben, seien abstrus, ungerecht und familienpolitisch falsch, sagte Jaqueline Bernhardt (Linkspartei). Darum müsse die Landesregierung gegen das von der schwarz-gelben Koalition in Berlin forcierte Betreuungsgeld vor Gericht ziehen. Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD), eigentlich bekennende Betreuungsgeld-Gegnerin, tat das Anliegen der Linkspartei als billiges Wahlkampfmanöver ab.

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