Wer Gift streut, handelt unchristlich

Synode der evangelischen Kirche übt scharfe Kritik an Pegida und AfD

svz.de von
08. November 2015, 12:08 Uhr

Mit scharfer Kritik am erstarkenden Rechtspopulismus in Deutschland hat gestern die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Bremen begonnen. „Wenn Wortführer einer radikalisierten Alternative für Deutschland (AfD) unverhohlen rechtsradikale Ressentiments schüren und in Pegida-Demonstrationen hasserfüllte Parolen skandiert werden, dann hat das mit einem lebendigen Diskurs, wie ihn die Demokratie braucht, nichts mehr zu tun“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm vor dem Kirchenparlament. „Wer bei deren Demonstrationen mitläuft, muss sich im Klaren darüber sein, dass er rechtsradikalen Hetzparolen Legitimation verleiht.“

Die Distanzierung des Ratsvorsitzenden kommt nicht von ungefähr: Tatsächlich werden bei Pegida-Demonstrationen immer wieder Kreuze mitgeführt, tatsächlich gehört die Berufung auf das so genannte christliche Abendland in entsprechenden Kreisen zum guten Ton. Bedford-Strohm kritisierte das scharf: „Wer in dieser schwierigen Situation Gift in die deutsche Gesellschaft streut, stellt sich damit gegen alles, was das Christentum in seinem Kern ausmacht.“ Wie Bedford-Strohm vor der Synode betonte, seien unter dem Dach der evangelischen Kirche 120 000 ehrenamtliche Helfer für Flüchtlinge engagiert. Doch es brauche weiterhin „umfangreiche Integrationsanstrengungen“.

In seinem mit Applaus bedachten Vortrag erneuerte Bedford-Strohm, der sich am Mittwoch der Wiederwahl stellt, die Unterstützung der Kirchen für den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dagegen sei es offensichtlich, dass sich die Europäische Union bisher als unfähig erwiesen habe, mit der Situation angemessen umzugehen, sagte er.

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