Wenn der Abiball Vorrang vor Fußball hat

<strong>Fuß- oder Abiball?</strong> Das ist heute die Frage. <foto>dpa</foto>
Fuß- oder Abiball? Das ist heute die Frage. dpa

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02. Juli 2010, 07:48 Uhr

Schwerin | Fußball und Abiball - wie geht das zusammen? Für einen Großteil der 3900 Abiturienten gar nicht. Da fällt heute Nachmittag die Entscheidung zwangsläufig nicht für Trikot und Fanschal sondern für Kleid und Anzug. Väter müssen wählen zwischen Abschlussfeier und großen Bahnhof für Tochter oder Sohn oder Deutschland-Argentinien.

Die Abgänger des Schweriner Sportgymnasiums haben es gut. Sie können bereits gegen 13 Uhr in ihre Fan-Montur schlüpfen. Dagegen müssen die Abiturienten des Gymnasiums Am Sonnenberg in Crivitz bei der Zeugnisvergabe von 17 bis 18 Uhr ohne König Fußball auskommen. Ein Elfmeterschießen könnten sie und ihre Familien danach zum Beispiel per Autoradio verfolgen. Fest steht: Je nach Ausgang des Spiels wird beim Abiball "auf den Sieg angestoßen oder die Niederlage analysiert", sagt Schuldirektor Hans Schmidt.

Im Warener Richard-Wossidlo-Gymnasium dagegen steht für den WM-Knüller um 16 Uhr eine Videoleinwand bereit, parallel werden Fotos der Abschlussklassen geknipst. Der Festakt ist zwar für 18 Uhr geplant, sollte das deutsche Team in die Verlängerung müssen, werden sich Abiturienten und Gäste anschließen. "Wenn wir allerdings 1:4 zurückliegen sollten, wird es wie vorgesehen weitergehen", erklärt Schulleiter Manfred Glaß.

Auch an der Beruflichen Schule in Malchin war man bereit, sich dem WM-Geschehen anzupassen. Die 18 Abiturienten hätten ein Veto gegen die Zeugnisvergabe um 17 Uhr einlegen können. "Dann wäre die Veranstaltung um eine Stunde verschoben worden", sagt Direktor Norbert Köhler.

Terminprobleme spielen im Anklamer Lilienthal-Gymnasium keine Rolle: Die Zeugnisse werden vormittags vergeben, dann gibt es eine "schöpferische Fußballpause" bis zum Abend. Ob die Zeit reicht, zum Public Viewing zu fahren, ist ungewiss. "Schließlich wollen sich die Schüler schick machen und nicht im Trikot zum Ball kommen", so Lehrer Roland Rusch.

Gleiches gilt für die 97 Abi turienten des Albert-Einstein-Gymnasiums in Neubrandenburg. Sie werden Jogis Jungs nur bis 17.30 Uhr anfeuern. "Wenn man zwölf Jahre auf einen Abschluss hingearbeitet hat, sind 45 Minuten nicht so wichtig", findet Schulleiter Dietmar Kittler.

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