Studie : Weniger politisches Engagement

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Geringeres Interesse an politischer Beteiligung im Osten

svz.de von
10. September 2015, 08:00 Uhr

Wenige Tage nach dem Scheitern des Volksentscheids zur Gerichtsstruktur mangels Beteiligung im Land bescheinigt eine Studie, dass die Bereitschaft zum eigenen politischen Engagement im Westen größer als im Osten Deutschlands ist. Auch die Bindung an Parteien sei 25 Jahre nach der deutschen Einheit im Westen stärker ausgeprägt, heißt es in der Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), über die die „Saarbrücker Zeitung“ gestern berichtete. Danach sind 50 Prozent der Westdeutschen nach eigenen Angaben Anhänger einer bestimmten Partei, aber nur 41 Prozent der Ostdeutschen.

Auch die Beteiligung an Bundestagswahlen sei im Osten seit der Einheit in allen Altersgruppen durchweg um drei bis acht Prozent niedriger als im Westen, heißt es in der Studie. Bei Landtagswahlen sinke die Wahlbeteiligung in den ostdeutschen Ländern noch stärker als im Westen und liege teilweise unter 50 Prozent. Auch die geringere Zahl von Initiativen für Volksentscheide deute auf ein unterschiedlich großes Interesse an konkreter politischer Beteiligung hin: Im Osten gebe es 4,5 solcher Initiativen je 100 000 Einwohner, im Westen 6,7.

Ähnlich denken Ost- und Westdeutsche laut DIW-Studie über den Sozialstaat: 91 Prozent der Ostdeutschen und 88 Prozent der Westdeutschen sehen ihn in der Pflicht, bei Krankheit, Not und Arbeitslosigkeit oder im Alter für ein Auskommen zu sorgen.

Allerdings finden Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche die sozialen Unterschiede zu groß und halten Gewinne für eher ungerecht verteilt.

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