Flüchtlinge in MV : Weniger Flüchtlinge kommen in Nordosten

Mecklenburg-Vorpommern bekommt gemäß dem Königsteiner Schlüssel 2,02 Prozent aller Neuankömmlinge in Deutschland zugeteilt.

Mecklenburg-Vorpommern bekommt gemäß dem Königsteiner Schlüssel 2,02 Prozent aller Neuankömmlinge in Deutschland zugeteilt.

Noch gut 80 Asylsuchende pro Tag kommen nach MV. Die Bundeswehr beendet ihren Sondereinsatz.

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15. Januar 2016, 21:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr 23 080 Flüchtlinge registriert worden. Im neuen Jahr seien es bisher 896 gewesen, teilte das Innenministerium gestern in Schwerin mit. Damit ist der Zustrom derzeit erheblich geringer als noch vor einigen Wochen. Während in diesem Jahr im Tagesschnitt bislang 83 Flüchtlinge ankamen, waren es im Herbst oft 200. Mecklenburg-Vorpommern bekommt gemäß dem Königsteiner Schlüssel 2,02 Prozent aller Neuankömmlinge in Deutschland zugeteilt.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) forderte, den Zuzug von Flüchtlingen erheblich zu reduzieren und als gesamteuropäische Aufgabe zu betrachten. „Denn auch wir in Deutschland sind nicht in der Lage, noch einmal über eine Million Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren“, sagte er. Eine Prognose für 2016 ist dem Ministerium zufolge nicht möglich. Bereits getroffene und noch anstehende politische Entscheidungen zum Asylrecht würden auf die weitere Entwicklung Einfluss haben, hieß es. Das Land hält in seinen Unterkünften 3 150 Plätze vor. Dabei handelt es sich um die Erstaufnahmeeinrichtung in Horst , die Außenstelle in Stern Buchholz sowie die Landesunterkünfte in Basepohl und Fünfeichen.

Die Einrichtungen seien gut ausgelastet, sagte eine Sprecherin. Trotz der annähernd 2 000 belegten Plätze in den Unterkünften werde die Bundeswehr in Nostorf zukünftig nicht mehr helfen. Gestern endete der Sondereinsatz. Vor der Erstaufnahmeeinrichtung war wegen des Andrangs eine zusätzliche Unterkunft eingerichtet worden. Dort hatten im Rahmen der Aktion „Helfende Hände“ seit dem 11. September 2015 täglich rund 30 Soldaten im Schichtdienst den Betrieb organisiert. Künftig sollen dies die Malteser tun, die bereits die Erstaufnahmeeinrichtung betreiben. Bei einem Verabschiedungsappell in Horst dankte Innenminister Caffier der Bundeswehr gestern für ihre rasche und unbürokratische Hilfe.

Trotz rückgängiger Flüchtlingszahlen gibt es auch in MV Bestrebungen, Bürgerwehren zu gründen. So haben sich Unbekannte auf einer Facebook-Seite für eine Bürgerwehr in Schwerin ausgesprochen. „Wir haben den Aufruf im Blick“, sagte Stefan Salow, Schweriner Polizeisprecher. Hinweise auf eine tatsächlich existierende Bürgerwehr gebe es in der Landeshauptstadt aber bisher nicht. „Es darf nicht dazu kommen, dass Bürger ohne staatlichen Auftrag und ohne Kontrolle Recht und Ordnung in die eigene Hand nehmen“, sagte Caffier. Im vergangenen Jahr gab es eine „Bürgerwehr Güstrow“, in der auch Personen mit rechtsextremer Gesinnung agierten. „Häufig sind diese Aktivitäten eher kurzlebiger Natur und haben nur ein Ziel: Stimmungsmache gegen Flüchtlinge“, sagte Caffier.

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