Tipps vom Malteser Hilfsdienst : Was Flüchtlinge brauchen

Malteser empfehlen vor allem Schuhe und Winterkleidung

svz.de von
09. September 2015, 21:00 Uhr

Bis zu 100 Flüchtlinge kommen jeden Tag in Mecklenburg-Vorpommern an. Nach der Grenzöffnung in Ungarn teilweise auch mehr. Nach den Erfahrungen des Malteser Hilfsdienstes, der die Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Horst und Stern-Buchholz betreut, kommen viele nur mit dem an, was sie am Leibe tragen. Malteser-Mitarbeiter Heiko Stroth erklärt im Interview mit Frank Pfaff, was am dringendsten gebraucht wird.

Sie sorgen dafür, dass die Flüchtlinge erst einmal etwas zu essen haben und einen Schlafplatz. Wo ist weitere Hilfe nötig?
Stroth: Die Flüchtlinge, die jetzt zu uns kommen, haben sich im Sommer in Syrien, im Irak oder auf dem Balkan auf den Weg gemacht. Zum Teil mit Flipflops und einer dünnen Jacke. Da sie viel laufen mussten, beschränkte sich das Gepäck auf das Nötigste. Was die Menschen jetzt brauchen, sind festes Schuhwerk und Bekleidung für den nicht mehr so fernen Winter. Und das in wirklich allen Größen.

Wie können denn die Spender Kleidung und Schuhe an die richtige Adresse bringen?
Man kann uns die Sachen direkt nach Stern Buchholz bei Schwerin bringen. Wir sorgen dann für die Verteilung. Und dann kann man sicher direkten Kontakt zu Hilfsorganisationen und Gemeindeverwaltungen in seinem Heimatort aufnehmen. Die sagen einem, was vor Ort benötigt wird und wo man die Sachen hinbringen sollte.

Viele Familien kommen mit kleinen Kindern an…
Viele Kinder haben Schlimmes erfahren, mussten neben Freunden und Verwandten in der alten Heimat oft auch lieb gewonnenes Spielzeug zurücklassen. Wenn sie unsere Erstaufnahmeeinrichtung nach wenigen Tagen wieder verlassen, dann sollen sie von hier ein persönliches Spielzeug mitnehmen dürfen. Das ist dann nach langer Zeit wieder etwas, das ihnen ganz allein gehört. Und dann sind auch Bälle sehr willkommen. Damit können sich die Kinder austoben und im Spiel leichter Freundschaften schließen.

Wie ist die Spendenbereitschaft bisher, melden sich auch Freiwillige für die Betreuung von Flüchtlingen?
Seit Wochen kommen Menschen hier vorbei, um Sachspenden zu bringen. Und täglich bekomme ich Anrufe von Menschen, die helfen wollen. Das sind sehr erfreuliche Zeichen der Solidarität. Wir versuchen das dann zu koordinieren und die Freiwilligen Schritt für Schritt in die Betreuung einzubauen. Aber auch da ist es am besten, sich in Orten mit Flüchtlingsunterkünften direkt zu erkundigen, welche Hilfe am nötigsten ist. Aus der Erfahrung ist es Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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