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Arab Health : Warten auf die zuckerkranken Scheichs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ministerpräsident besucht mit Wirtschaftsdelegation die Arab Health – in den Vorjahren brachte der Messebesuch kaum mehr als Absichtserklärungen

Es gibt um diese Jahreszeit viele Reiseziele, die weniger attraktiv sind: Für Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten werden am Wochenende Tagestemperaturen von bis zu 24 Grad vorausgesagt. Nur selten sollen sich einige wenige Wolken vor die Sonne schieben. Kaiserwetter also für die Wirtschaftsdelegation, die unter Leitung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Erwin Sellering am Sonnabend für vier Tage zur Gesundheitsmesse Arab Health, der größten im arabischen Raum, reisen wird.

Ziel der Reise sei es, das Gesundheitsland Mecklenburg-Vorpommern im Nahen Osten bekannter zu machen und potenzielle Partner in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu gewinnen, heißt es aus der Staatskanzlei. Schließlich würden auf der Arab Health in diesem Jahr 65 000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet. Die Gesundheitsbranche sei im Nahen Osten eine wachsende Branche. Viele Behandlungen und Therapien würden nicht vor Ort, sondern zum Beispiel in europäischen Kliniken durchgeführt. „Davon möchte die Gesundheitsbranche in Mecklenburg-Vorpommern profitieren und insbesondere ihr Leistungsspektrum im Bereich der Diabetesversorgung bekannter machen“, so der stellvertretende Regierungssprecher Oliver Kaiser auf Nachfrage unserer Zeitung.

Gerade Letzteres versucht das Bundesland allerdings schon seit Jahren – die Ergebnisse jedoch sind bescheiden. Beispiel Klinikum Karlsburg. Die Einrichtung wird sich nach Angaben einer Sprecherin in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in Dubai präsentieren. Vor einem Jahr konnte auf der Arab Health ein Kooperationsvertrag zwischen dem Emirat Fujairah und dem Klinikum unterzeichnet werden. Die Diabetesspezialisten aus Vorpommern wollen demnach Ärzte für die Golfregion schulen und arabische Patienten mit besonders komplizierten Krankheitsverläufen im eigenen Haus behandeln. Denn in den Vereinigten Arabischen Emiraten leiden bereits 35 bis 40 Prozent der Bevölkerung an Diabetes. Entsprechende Behandlungsstrukturen aber existieren vor Ort nicht.

Doch das erwünschte große Geschäft mit den Scheichs blieb bislang aus. Zwar waren zweimal Delegationen aus den Emiraten in Karlsburg zu Gast, und auf der Webseite des Klinikums wurde im letzten Sommer auch die Behandlung von zwei arabischen Patienten in der hochspezialisierten Fachklinik vermeldet. Doch liegt der Verdacht nahe, dass sie auch die bislang einzigen waren – aktuelle Zahlen, wie viele Patienten es aus den arabischen Staaten gab, möchte das Klinikum nicht nennen. Seiner Sprecherin zufolge gab es in den letzten Wochen aber durchaus hoffnungsvolle Gespräche, Interesse sei vorhanden und es würden 2014 auch wieder Patienten erwartet. „Es ist alles im Fluss. Aber es ist sehr mühsam, geschäftliche Beziehungen aufzubauen. Von 25 Kontakten trägt vielleicht einer“, deutet der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Wolfgang Motz, Schwierigkeiten immerhin an.

Dennoch gehört das Klinikum – zusammen mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und der neoplas tools GmbH – auch in diesem Jahr wieder zu den laut Staatskanzlei zehn Ausstellern aus MV, die sich auf der Arab Health präsentieren. Die drei Einrichtungen aus Vorpommern werden den „kinpen MED“ vorstellen, ein weltweit neues Medizinprodukt, das im Sommer 2013 für Plasmaanwendungen am Patienten in Deutschland zugelassen wurde. Die Innovation könne vielen Patienten mit chronischen Wunden Leid ersparen, so die Entwickler – darunter auch solchen mit diabetischem Fußsyndrom.



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erstellt am 23.Jan.2014 | 21:15 Uhr

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