Wirtschaftsministerkonferenz : Vorstoß für Entzerrung der Sommerferien

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Mecklenburg-Vorpommern unternimmt bei der Wirtschaftsministerkonferenz heute und morgen in Dresden einen neuen Anlauf zur Entzerrung der Sommerferien in Deutschland.

svz.de von
10. Dezember 2013, 20:45 Uhr

Minister Harry Glawe (CDU) forderte gestern in Schwerin eine Ausweitung des Zeitraums auf 90 Tage ab 2018. In diesem Jahr erstreckte sich die schulfreie Zeit in den 16 Bundesländern demnach auf 85 Tage. Im nächsten und übernächsten Jahr seien es nur 71 und 78 Tage, sagte Glawe. Das erschwere die Suche nach Urlaubsunterkünften für Familien mit Kindern und schränke das Geschäft der Ferienanbieter ein. Mecklenburg-Vorpommern hat in diesem Jahr den Vorsitz der Wirtschaftsministerkonferenz.

Bereits bei ihrem Treffen im Juni in Rostock hatten die Wirtschaftsminister eine Verlängerung des Korridors für die Sommerferien gefordert. Die Kultusministerkonferenz wies die Forderung umgehend zurück. Bei der Terminfestlegung müssten kalendarische Gegebenheiten sowie pädagogische Erwägungen berücksichtigt werden, hieß es damals.

Erste Überlegungen der Kultusminister für die Sommerferienverteilung in den Jahren 2018 bis 2024 sehen Glawe zufolge eine weitere Verkürzung des Zeitraums vor. In den Jahren 2011 bis 2017 habe der Korridor durchschnittlich 81 Tage betragen, sagte Glawe. „Nach dem Tendenzbeschluss der Kultusminister gibt es 2018 bis 2024 einen Rückgang auf 79,5 Tage. Das ist aus Sicht eines Tourismuslandes keine glückliche Bewegung.“

Ein weiteres Thema der Wirtschaftsministerkonferenz wird laut Glawe der Bürokratieabbau bei Mittelstand und Handwerk sein. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern fordern, dass die Unternehmen die Sozialversicherungsbeiträge wieder am Monatsende abführen statt Vorauszahlungen am Monatsanfang zu leisten. „Das derzeitige Verfahren ist für mittelständische Unternehmen sehr aufwändig“, kritisierte Glawe.

Das aktuelle Verfahren, das 2006 wegen finanzieller Engpässe der Sozialversicherung eingeführt wurde, sorge zudem für Liquiditätsverluste. „Der Überschuss der Sozialversicherung hat im Jahr 2012 rund 15,8 Milliarden Euro betragen“, sagte Glawe. „Damit ist der Grund für die Einführung der Vorfälligkeit nicht mehr gegeben und es kann zur alten Regelung zurückgekehrt werden.“

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