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Zeugnisse : Vier neue Noten in der Kritik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zensuren zum Arbeits- und Sozialverhalten stehen erstmals auf dem Zeugnis. Landeselternrat plant Befragung zu den Kopfnoten.

Das erste Schulhalbjahr ist vorbei und die Jungen und Mädchen können fröhlich in die Winterferien starten. Doch so manch einer kann die Ferien, aufgrund von vier neuen Noten nicht genießen. Gestern wurden in ganz Mecklenburg-Vorpommern für 122 700 Schüler der Jahrgangsstufen 2 bis 10 zum ersten Mal Kopfnoten für ihr Arbeits- und Sozialverhalten vergeben.

„Die Halbjahreszeugnisse sind eine Zwischenbilanz für die Schülerinnen und Schüler. Sie sind wichtig, weil sie den eigenen Leistungsstand anzeigen“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Auf den Zeugnissen erscheinen neben den Noten in den Unterrichtsfächern vier Bewertungen in den Kategorien „Fleiß“, „Zuverlässigkeit“, „Umgangsformen“ und „Teamfähigkeit“. Der Bewertungsgrad erstreckt sich auch hierbei von „sehr gut“ über „gut“, „befriedigend“, „ausreichend“, „mangelhaft“ bis „ungenügend“. „Diese graduierte Bewertung ist für Schüler sowie ihre Eltern besser nachzuvollziehen und zu vergleichen, weil sie in den Unterrichtsfächern etabliert ist“, sagte Minister Brodkorb.

Doch die neuen Kopfnoten auf den Zeugnissen stoßen beim Landeselternrat auf Kritik. Er plant eine Befragung der Eltern zu ihren ersten Erfahrungen mit diesen Zensuren. Die Vorsitzende des Landeselternrates, Claudia Metz, sagte, bei den Eltern solle unter anderem erfragt werden, ob und wie die in der Verordnung des Bildungsministeriums vorgeschriebenen Elterngespräche stattgefunden haben. Eltern, die die Kopfnoten ihrer Kinder nicht nachvollziehen können, riet Metz, Widerspruch einzulegen. Der Landeselternrat ist der Ansicht, dass die Bewertung durch Kopfnoten nicht mit der Inklusion von Schülern mit einer Behinderung zusammenpasst. Zudem beklagt das Gremium, dass die schriftliche Beurteilung wegfalle. „Eine schriftliche Beurteilung ist viel ausführlicher und kann alle Seiten und Facetten eines Kindes beleuchten“, monierte Metz.

Die neue Regelungen entstanden in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, Verbänden, Elternvertretern, Kirchen und Unternehmensvertretern sowie dem Bildungsministerium. Der erste Schultag nach den Ferien ist Montag, 17. Februar.


 

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erstellt am 31.Jan.2014 | 21:00 Uhr

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