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Patrick Dahlemann : Video-Star jetzt für SPD im Landtag

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Patrick Dahlemann aus Torgelow nun der jüngste Abgeordnete im Schweriner Landtag / Bekannt wurde er durch ein Anti-NPD-Video

Mit einem Internet-Video gegen rechtsextreme Aktivitäten in Vorpommern wurde er im vergangenen Herbst bundesweit bekannt. Seit gestern ist Patrick Dahlemann aus Torgelow nun der jüngste Abgeordnete im Schweriner Landtag. Er rückte für die ausgeschiedene Margret Seemann in die SPD-Fraktion nach.

Er war Wahlkreismitarbeiter der SPD-Abgeordneten Katharina Feike. Vom Sprung auf die nächste Stufe seiner politischen Karriere wusste der 25jährige Student offiziell seit fünf Wochen. „Aber erst als ich zwischen den anderen Abgeordneten saß, war klar: jetzt bin ich im Landtag angekommen“, berichtete Dahlemann gestern, nachdem die ersten Tagesordnungspunkte der aktuellen Landtagssitzung abgearbeitet waren. Die Aktuelle Stunde zum Thema Mindestlohn sei „spannend und unterhaltsam“ gewesen, so der Parlaments-Neuling. Landespolitik von außen oder aber von der vierten Reihe des Landtags aus zu beobachten, sei halt ein Unterschied.

Nicht nur von den Fraktionskollegen bekam er gute Ratschläge, „die sich teilweise widersprachen“, mit auf den Weg. Auch CDU-Fraktionschef Vincent Kokert wünschte ihm viel Glück im Landtag.

Vorerst wird er sich aufs „große Geld“ stürzen. Seine Fraktion schickt ihn in den Finanzausschuss des Landtags. Erste Erfahrungen damit hat Dahlemann bereits im Stadtrat von Torgelow und im Kreistag von Vorpommern-Greifswald gesammelt. „Am Ende hängt jede politische Entscheidung vom Geld ab. Im Finanzausschuss bekomme ich deshalb einen guten Überblick über alle wichtigen politischen Themen.“

Dahlemann bekam im Sommer vergangenen Jahres als Gegendemonstrant zu einer NPD-Kundgebung in Torgelow plötzlich von den Rechtsextremen das Mikrophon in die Hand gedrückt – und hielt eine engagiert Rede gegen deren „einfache, platte Phrasen“. Das Video von dieser Rede wurde auf der Internet-Plattform „Youtube.de“ mehr als 200 000 Mal angeschaut und heimste überwiegend positive Kommentare ein. Das Youtube-Publikum zollte Dahlemann schlicht „Respekt“ oder sprach ihm Mut zum Weitermachen zu.

Sein Einzug in den Landtag löste bei der NPD-Fraktion keine sichtbare Reaktion aus. Aber Dahlemann freut sich auf die Gelegenheit, demnächst vom Rednerpult eines demokratischen Parlaments aus gegen die Rechtsextremen argumentieren zu können. Dahlemann: „Wir haben im Landtag eine Vorbildfunktion, um den Verbänden und Initiativen, die sich vor Ort gegen Rechts engagieren, Mut zu machen.“

Seine erste Landtagsrede hält indes morgen, wenn es um den Atommüll in Lubmin geht.

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