Erneuerung der alten oder Bau von neuen Windkraftanlagen auf neuen Flächen : Verband mit Appetit auf Land

dpa
dpa

Es ist eines der Zauberworte in der Debatte über erneuerbare Energien - der Wind. Doch wie das himmlische Kind am besten zum Verbraucher gebracht werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen.

von
06. Mai 2011, 06:53 Uhr

Schwerin | Es ist eines der Zauberworte in der Debatte über erneuerbare Energien - der Wind. Doch wie das himmlische Kind am besten zum Verbraucher gebracht werden kann, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. So fordert der Bundesverband Windenergie (BWE), dass Mecklenburg-Vorpommern mehr Areale für Windanlagen ausweist. "Zwei Prozent der Landesfläche sind nicht so unrealistisch", sagt BWE-Bundesvize und der Landesvorstand MV, Andreas Jesse. Die Landesregierung allerdings setzt vorrangig auf die Erneuerung der bestehenden Anlagen - das so genannte Repowering. "Alte, weniger leistungsfähige Anlagen werden in ihrer Leistung gesteigert - das ist der flächenschonendere Weg, auch, um von Anwohnern befürchtete Beeinträchtigungen entgegenzutreten", argumentiert Regierungssprecher Andreas Timm, dessen Vorgesetzter, Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), erst jüngst das Thema erneuerbare Energien zur Chefsache erklärt hat.

Laut BWE-Bundesvize Jesse sind derzeit 0,7 Prozent der Landesfläche mit Windanlagen bebaut, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen seien mit etwa zwei Prozent schon viel weiter, meint er. "Wenn wir wirklich ernsthaft den Ausbau der erneuerbaren Energien betreiben wollen, können wir uns nicht nur auf Repowering verlassen, wobei dieser Aspekt ja auch schon hehre Ziele verfolgt." Als einen Grund für diese Haltung nennt der Experte auch formale Gründe - 330 bis 350 Anlagen im Nordosten seien gar nicht umzurüsten, das sie auf Arealen stünden, die in den Raumordnungprogrammen dafür nicht ausgewiesen seien.

Diese so genannten Eignungsräume jedoch sollen im Zuge der derzeitigen Überarbeitung der Raumordnungsprogramme schon ausgeweitet werden, so der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Gerd Lange: "Nach derzeitigem Stand werden im Rahmen der Neuaufstellung der Regionalen Raumordnungsprogramme in MV 108 Eignungsgebiete mit einer Fläche von etwa 13 800 Hektar ausgewiesen. Davon werden ungefähr 5500 Hektar neue Flächen für Windenergieanlagen zur Verfügung stehen." Das weiß auch Jesse, jedoch macht er eine andere Rechnung auf: Mit der Neuaufstellung käme man dann auf etwa 0,9 bis ein Prozent der Landesfläche - aus Sicht des BWIE immer noch zu wenig. Und noch etwas beschäftigt den Bundesvize. "Wir benötigen auch Test- und Pilotstandorte für die ortsansässigen Hersteller in Mecklenburg-Vorpommern." Wenn die hiesigen Unternehmen exportieren wollten, müssten sich die Kunden die Produkte vor Ort ansehen können. Außerdem seien solche Testflächen in der Nähe von Verkehrstrassen natürlich auch kostengünstiger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen