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Toller Unsinn

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Es ist falsch, und es ist Augenwischerei. Das Kabinett beschließt den Truppenabzug aus Afghanistan. Die Soldaten sollen aus diesem gefährlichen Einsatz zurück nach Hause kommen. Offiziell sind das die ersten Schritte zu einer "Übergabe in Verantwortung". Die afghanische Armee und Polizei sollen die Sicherheit in ihrem Land übernehmen. Aus deutscher Sicht heißt das ehrlicherweise nichts anderes als: Schnell übergeben und nichts wie weg hier.

Außenminister Westerwelle spricht von einer Abzugsperspektive. Klingt toll, ist aber Unsinn. Ziemlich großer sogar.

Zieht sich die Bundeswehr aus Afghanistan zurück, reißt sie die Erfolge der vergangenen Jahre nieder. Denn das Land erholt sich nur sehr, sehr langsam von 30 Jahren Krieg. Wer will auch ernsthaft glauben, dass sich in zehn Jahren mal eben aus dem Nichts ein Land wieder aufbauen lässt? Der Rückzug hinterlässt ein höchst fragiles Afghanistan. Aus jetziger Sicht werden wir in ein paar Jahren am Hindukusch wieder ein Land mitten im Bürgerkrieg erleben.

Und für die Soldaten, für die es wirklich gefährlich ist, hat der Außenminister gar kein Heimflugticket gebucht. Wie könnte er auch, wenn sich parallel zur Truppenreduzierung der Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr ausdehnt?

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erstellt am 15.Dez.2011 | 10:24 Uhr

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