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Mecklenburg-Vorpommern : Tolle Ehrenpreise – koste es, was es wolle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land vergibt 17 Preise für herausragende Leistungen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, aber nur die Hälfte des Geldes kommt bei den Preisträgern an

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2014 | 07:41 Uhr

Teure Auszeichnungen: Bau-, Technologie, Unternehmer-, Pflege-, Lehrer-, Präventions- oder Zuchtpreis – das Land und die Wirtschaft leisten sich für mehr als 256 000 Euro die Vergabe von 17 verschiedenen Landespreisen für herausragende Leistungen in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft, aber nur die Hälfte des Geldes kommt bei den Preisträgern an. So haben die Stifter für die zumeist jährlich, in einigen Fällen auch alle zwei oder drei Jahre vergebenen Preise insgesamt ein Preisgeld von 132 000 Euro ausgelobt, teilte die Staatskanzlei auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag mit.

Danach übernimmt das Land mit mehr als 206 000 Euro vier Fünftel der Gesamtkosten, die Wirtschaft steuert 50 000 Euro bei. Die Vergabe von 17 Landespreisen sei „grundsätzlich nicht zu kritisieren“, meinte Links-Fraktionschef Helmut Holter. Es stehe außer Frage, dass MV Landespreise brauche, um hervorragende Leistungen zu würdigen. Dabei müssten die Auszeichnungen auch in einem angemessenen Rahmen überreicht werden. Bockwurst und Brötchen reichten nicht – „das muss schon würdig sein“, meinte er. Dazu kämen Ausgaben, z. B. für begleitende Ausstellungen wie im Fall des Landesbaupreises: „Das ist sehr anspruchsvoll.“ Dennoch müsse die Frage der Verhältnismäßigkeit gestellt werden. Die sei bei der Vergabe des Designepreises nicht gegeben.

Bei dem vom Wirtschaftsministerium ausgelobten Preis übersteigen die Kosten die Anerkennung um ein Vielfaches. 6000 Euro Preisgeld stehen Kosten von 22 000 Euro gegenüber. Die Organisation erfolge durch einen externen Auftragnehmer, teilte die Landesregierung mit. Allerdings seien allein die Personalkosten doppelt so hoch wie das Preisgeld – 12 981,64 Euro. Das Wirtschaftsministerium hatte die Kritik bereits zurückgewiesen. Preisgelder und Aufwendungen ließen sich nicht vergleichen, hieß es.

Auffällig: Vor allem bei den von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ausgelobten Landespreisen übersteigen die Wettbewerbskosten die Höhe der Preisgelder deutlich. So kostet der Landesbaupreis insgesamt 51 788 Euro – 35 000 Euro vom Land, 16 788 Euro von der Architekten- und Ingenieurkammer. Davon werden 10 000 Euro für das Preisgeld verwandt. Deutliche Differenzen auch beim Unternehmerpreis: Gesamtkosten von 59 400 Euro steht ein Preisgeld von 15 000 Euro gegenüber. Bei kleineren Preisen, z. B. aus dem Agrarministerium kommt fast das gesamte Geld den Siegern zugute.

 

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