zur Navigation springen

"Terror hat einen internationalen Hintergrund"

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2011 | 10:07 Uhr

Mit Andreas Schockenhoff (CDU), stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Russland-Beauftragter der Bundesregierung, sprach Rasmus Buchsteiner.

Terroranschlag in Moskau - droht Russland eine neue Welle der Gewalt?

Schockenhoff: Die Berichte und Bilder sind erschreckend. Der internationale Terror bleibt eine Gefahr - nicht nur in Russland, sondern überall in den Metropolen der Welt. Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde, um Gewalt und Terror zu bekämpfen. Noch ist unklar, wer genau hinter dem Anschlag gestanden hat und wie sich die Situation weiter entwickelt. Terroristen aus dem Nordkaukasus haben meist einen islamistischen Hintergrund. Dessen Netzwerk geht natürlich weit über Russland hinaus.

Der Terror ist zurück in Moskau. Wird Russland damit destabilisiert?

Die große Gefahr ist, dass sich die russische Bevölkerung durch solche Verbrechen verunsichert fühlt. In der Folge könnten Gewalt und Diskriminierung gegenüber Nicht-Russen zunehmen. Eine solche Polarisierung wäre brandgefährlich. Solchen Übergriffen müssen vermieden werden. Der polizeiliche Kampf gegen den Terror und die Ermittlungen nach dem schrecklichen Anschlag sind zweifellos wichtig. Ebenso entscheidend aber sind Fortschritte bei der Integration der verschiedenen Ethnien in die russische Gesellschaft. Daran muss weiter gearbeitet werden.

Bisher hat sich Russland jegliche Einflussnahme in den Kaukasus-Konflikt verbeten. Wäre diplomatische Hilfe von außen nicht doch sinnvoll?

Ob in Afghanistan, im Jemen oder in Afrika oder jetzt in Russland - der Terror hat einen internationalen Hintergrund. Es gibt weitreichende Verflechtungen. Vorbereitung und Finanzierung von Anschlägen sind heute keine Vorgänge, die sich innerhalb nationaler Grenzen abspielen. Nur durch internationale Kooperation kann dem etwas entgegengesetzt werden. Präsident Medwedew hat bessere Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung angekündigt. Allerdings wäre es verkehrt, vor dem Hintergrund eines solchen Terror das öffentliche Leben lahm zu legen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen