Finanzministerium Schwerin : Steuererklärung am Computer wird einfacher

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Beraterkammer warnt, den vorausgefüllten Daten nicht blind zu vertrauen

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17. Februar 2014, 07:45 Uhr

Lange wurde darüber diskutiert – jetzt hält sie ganz unspektakulär Einzug: die vereinfachte oder konkreter die vorausgefüllte Steuererklärung. Über das Elster-Onlineportal der Finanzverwaltungen können Lohnsteuerbescheinigungen, Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen, Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen sowie Vorsorgeaufwendungen direkt in elekronische Steuererklärungs-Formulare übernommen werden.

„Die vorausgefüllte Steuererklärung steht ab Anfang 2014 zur Verfügung“, heißt es aus dem Finanzministerium in Schwerin. Derzeit könnten allerdings nur Daten aus dem Steuerjahr 2012 angezeigt werden. Für die Übermittlung der Belege aus dem Jahr 2013 hätten Arbeitgeber und Versicherungen aufgrund gesetzlicher Fristen noch bis zum 28. Februar Zeit, so Ministeriums-Sprecher Stefan Bruhn. Auch in den Folgejahren würde es zur entsprechenden zeitlichen Verschiebung kommen.

Die Steuerberaterkammer des Landes warnt allerdings davor, die von der Finanzverwaltung eingespielten Daten ungeprüft zu übernehmen. Kammergeschäftsführer Jörg Hähnlein zufolge machten die bisherigen Erfahrungen mit der elektronischen Datenübertragung dies dringend erforderlich. Gerade zu Beginn eines neuen, großangelegten Projektes sei mit einer Vielzahl von elektronischen Fehlern zu rechnen.

Weiterer Kritikpunkt des Steuerexperten: Die Finanzverwaltung weise mit der vorausgefüllten Steuererklärung nicht auf mögliche Steuersparpotenziale hin. „Wer Steuern sparen will, muss all die Ausgaben, die die Steuerlast reduzieren können, eigenständig ergänzen“, betont Hähnlein. Die vorausgefüllt Steuererklärung sei deshalb nicht mehr als eine Ausfüllhilfe.

Hähnlein weist, bei aller Kritik, aber auch darauf hin, dass die Kammer sich aktiv in die Vorbereitung der elektronischen Neuerung eingebracht hat. „Wir wollten von Anfang an sicherstellen, dass nicht nur der Staat von den neuen technischen Möglichkeiten profitiert“, erklärt Geschäftsführer Hähnlein. „Die elektronischen Verfahren dürfen nicht zu Lasten des Steuerbürgers gehen. Er muss mit dem Staat auf Augenhöhe kommunizieren können. Deshalb war es notwendig, die Steuerberater einzubinden“, sagt Hähnlein. So habe die Kammer darauf Einfluss genommen, dass mit der vorausgefüllten Steuererklärung gleichzeitig die Vollmachtsdatenbank in Deutschland nutzbar wird. Diese garantiert, dass auch professionelle Berater Zugriff auf die bei der Steuerverwaltung gespeicherten Daten ihrer Mandanten haben und kontinuierlich damit arbeiten können.


Lesertelefon mit Steuerexperten

Ihre Fragen rund um die Steuererklärung beantworten Experten am Dienstag zwischen 10 und 12 Uhr. Berater von Lohnsteuerhilfevereinen erreichen Sie unter (0385) 63 78 80 07, 8008 und -8009, die Mitarbeiterin eines Finanzamtes unter (0385) 63 78 80 10.

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