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Alarmierende Tendenz : Starker Anstieg bei HIV-Neudiagnosen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In MV mittlerweile mehr Betroffene als in einer Reihe alter Bundesländer

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Zahl der neu diagnostizierten Infektionen mit dem Humanen Immunschwäche-Virus (HIV-Infektionen) hat in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr stark zugenommen. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Silke Gajek hervorgeht, gab es 2014 hierzulande 62 positive Testbefunde. 2013 waren es lediglich 49.

Die höchste prozentuale Zunahme (plus 70 Prozent) gab es bei Heterosexuellen, mehr als die Hälfte (9 von 17 ) der Infektionen in dieser Gruppe wurde im Ausland erworben. Nach wie vor der größte Teil der Betroffenen (25 von 62 Neudiagnosen) sind homosexuelle Männer. „Die Möglichkeit, in den reichen Industriestaaten eine suffiziente Therapie allen zugänglich zu machen und damit die Erkrankung im chronischen Stadium zu halten, spielt bei risikohaftem Verhalten eine Rolle“, schreibt das Sozialministerium in diesem Zusammenhang.

Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) nennt Mecklenburg-Vorpommern neben Sachsen-Anhalt, Bayern und Sachsen als Bundesland, in dem die Erkrankungshäufigkeit seit 2009 besonders stark gestiegen ist. MV weise, wie auch Sachsen und Sachsen-Anhalt, inzwischen sogar eine höhere Erkrankungshäufigkeit auf als eine Reihe alter Bundesländer. Dem RKI zufolge wurden für das Jahr 2014 aus ganz Deutschland insgesamt 3525 gesicherte HIV-Neudiagnosen übermittelt, 237 mehr als 2013.

Der Anstieg, der bundesweit auch schon in den Vorjahren zu verzeichnen war, wird vom Sozialministerium einerseits mit Bestrebungen erklärt, verstärkt unklaren Meldungen nachzugehen. Es liege aber auch eine reale Zunahme von HIV-Neudiagnosen vor. Zudem würden in Mecklenburg-Vorpommern vermehrte Testangebote zu einer steigenden Zahl positiver Befunde führen.

Silke Gajek nennt die Antwort des Sozialministeriums unbefriedigend und unangemessen. Angesichts der Entwicklung sei eine Stärkung der Präventions- und Aufklärungsarbeit angezeigt. „Hier ist in den vergangenen Jahren offensichtlich zu wenig investiert worden. Wir fragen: Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung aus der Erkenntnis der steigenden Infektionszahlen?“

Die verweist für das laufende Jahr auf einen Rückgang der Neudiagnosen: Bis Ende September gab es lediglich 28, hochgerechnet auf das ganze Jahr käme man auf 38 und damit auf weniger als 2013. Zusätzlicher Handlungsbedarf über die bestehenden und gut funktionierenden Strukturen im Land hinaus bestehe daher nicht.

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