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Verwaltung am Limit : Städte stocken Personal auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zahlreiche Neueinstellungen in Rostock und Schwerin zur Integration von Flüchtlingen

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Rostock und Schwerin haben jahrelang in ihren Verwaltungen Stellen gestrichen – jetzt geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. „Wir suchen geeignete Mitarbeiter für 20 neue Stellen“, sagte gestern Ulrich Kunze, Stadtsprecher in Rostock. Grund: Die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge machen Neueinstellungen aus Sicht vieler Kommunen dringend notwendig.

Im kommenden Jahr könnten in Rostock weitere 30 neue Stellen hinzukommen, so Kunze. Denn die Stadtverwaltung rechnet damit, dass Rostock 2016 etwa 3500 Flüchtlinge vom Land zugeteilt bekommt. Gesucht würden vor allem Sozialbetreuer und Verwaltungsfachleute. Befristet sind die Stellen auf zwei Jahre.

Rostock hofft bei der Finanzierung der neuen Stellen auf Hilfe vom Land. Denn aus Sicht der Hansestadt ist die Betreuung der vielen Flüchtlinge eine zusätzliche Aufgabe, die ihr vom Land übertragen wurde.

Auch Schwerin stockt sein Personal, trotz Einstellungsstopp, auf. Die Landeshauptstadt will derzeit neun neue Mitarbeiter einstellen, sagte Hartmut Wollenteit, Hauptverwaltungsleiter in Schwerin. Die Stellen sind ebenfalls auf zwei Jahre befristet. Verstärkt werden unter anderem die Ausländerbehörde, das Sozialamt und das Jugendamt. Beispielsweise brauche man eine Vollzeitstelle für die Betreuung der ausländischen Kinder und Jugendlichen, die ohne Eltern nach Mecklenburg-Vorpommern kommen und in Schwerin leben.

Streng genommen darf die hochverschuldete Landeshauptstadt in diesem Jahr keine externen Mitarbeiter einstellen, weil Schwerin sich in einem Konsolidierungsabkommen mit dem Innenministerium im Sommer zu umfangreichen Sparmaßnahmen verpflichtet hatte. Offensichtlich werden derzeit Ausnahmen zugelassen. „Wenn es um Flüchtlinge geht, treffen wir im Innenministerium auf viel Pragmatismus“, so Wollenteit.

Auch die Kreise suchen neue Mitarbeiter. So richtet der Landkreis Rostock insgesamt 21 neue Stellen für die Betreuung und Integration von Flüchtlingen ein. „Bislang haben wir vier neue Kollegen in der Ausländerbehörde und elf im Sozialbereich mit befristeten Arbeitsverträgen neu eingestellt“, sagte Kay-Uwe Neumann, Pressesprecher des Landkreises.

Das Innenministerium teilte mit, dass das Land die neuen Stellen direkt nicht bezahlt. Aber neben der Kostenübernahme für Unterbringung, Versorgung und Betreuung der Flüchtlinge, zahlt das Land außerdem an die Kommunen in diesem Jahr eine Pauschale von 4,8 Millionen Euro auch für zusätzliche Verwaltungsaufgaben.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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