Staat macht Bauern wenig Hoffnung

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22. Oktober 2009, 08:23 Uhr

Pasewalk | Die schwierige Situation der Landwirte in MV, Westpolen und Südschweden wird sich in absehbarer Zeit kaum bessern. Darauf wiesen Redner staatlicher Agrarbehörden gestern auf dem Deutsch-Polnischen Bauerntag in Pasewalk hin. "Wir haben eine außerordentlich dramatische Lage, wie es sie in der Bundesrepublik bisher nicht gab, und sie bleibt dramatisch", sagte Abteilungsleiter Gerhard Rudolphi vom Schweriner Agrarministerium. Maßnahmen wie das Vorziehen von Direktzahlungen könnten dies nicht kompensieren, so der Abteilungsleiter. Dazu gebe es in der EU große Uneinigkeit über das Fortbestehen dieser Direktzahlungen, wie sie der Landesbauernverband fordert. Dänemark, Holland und Großbritannien seien komplett dagegen. Ursache für die problematische Lage der Landwirtschaft sind Rudolphi zufolge die niedrigen Milchpreise sowie die gesunkenen Preise bei Getreide und Raps. So sei in einigen Betrieben trotz ausgezeichneter Leistungen bei der Milch- und Ferkelproduktion die Rentabilität nicht mehr gesichert. Lediglich ein "kleiner Hoffnungsschimmer" sei der leichte Anstieg der Milchpreise. Rudolphi empfahl den Milchbauern die von den Ländern gestützten zinsverbilligte Kredite der Rentenbank. Mit den gleichen Probleme hätten die Bauern in der Euroregion Pomerania zu kämpfen.

Die Präsidentin der Landwirtschaftskammer in Skane, Asa Odell, forderte die Landwirte auf, aktiver an der Verbesserung der Gewässergüten, wie in der Ostsee, zu arbeiten. EU-Förderungen könnten künftig stärker an die Verbesserung der Wasserqualität gekoppelt werden. Schweden hat derzeit die Ratspräsidentschaft in der EU. Laut Rudolphi sind die Phosphateinträge aus MV in die Gewässer stark gesunken, die Stickstoffeinträge dagegen kaum.

Auf der Tagung wurden schließlich mehrere Projekte zum Wasser- und Nährstoffmanagement der Bauern rund um das Stettiner Haff vorgestellt. Wissenschaftlern zufolge ist die Voraussetzung für ein sauberes Haff eine Verringerung der Nährstoffeinträge im kompletten Einzugsgebiet der Oder.

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