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Befall von Eichenprozessionsspinner wird schlimmer : Sprühangriff gegen gefräßige Raupen

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Wie in den vergangenen Jahren führt auch 2011 kein Weg an der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit Insektiziden vorbei. Auch Mecklenburg-Vorpommern ist betroffen.

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erstellt am 28.Apr.2011 | 07:35 Uhr

Prignitz | Wie in den vergangenen Jahren führt auch 2011 kein Weg an der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit Insektiziden vorbei. Entsprechende Aktionen plant der Landesbetrieb Straßenwesen am 5. Mai in der Zeit von 9 bis 13 Uhr, heißt es in einer Pressemitteilung. Konkret werden auf der B 195 zwischen Lanz und Lenzen sowie zwischen Cumlosen und Wentdorf und an der Landesstraße 121 zwischen Lanz und Lütkenwisch biologische Insektizide, die die Prozessionsspinner mit Bakterien abtöten, für andere Insekten und Menschen aber nicht gefährlich sind, ausgebracht. Für die Arbeiten sind kurzzeitig Vollsperrungen der betroffenen Straßenabschnitte notwendig, heißt es weiter, stellenweise wird vom Hubschrauber aus gesprüht.

Auch über den Waldflächen der Oberförsterei Gadow wird der Helikopter Mitte nächster Woche unterwegs sein. "Nach derzeitigem Stand bringen wir das Insektizid auf einer Fläche von 71 Hektar aus", sagte Oberförster Holger Galonska auf "Prignitzer"-Nachfrage. "Allerdings muss das Wetter stimmen, wir brauchen rund 15 Grad Celsius und 24 Stunden ohne Regen. Kontraproduktiv für die Aktion seien Bestimmungen, nach denen die Försterei beim Insektizideinsatz einen Abstand von 100 Metern zu Gewässern und 50 Metern zu Straßen und Wegen einzuhalten habe. "Die dort überlebenden Raupen wandern wieder in die behandelten Gebiete ein, das haben wir in den letzten Jahren festgestellt", sagt Galonska.

Zusammenarbeit notwendig

Generell sei die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners äußerst bedenklich. "Inzwischen haben wir die Tiere auch in der Lenzerwische und im Raum Wolfshagen-Groß Linde registriert, sonst kamen sie dort nicht vor." Die Schäden hielten sich bis jetzt aber in Grenzen. "Überwiegend Zuwachsschäden durch Kahlfraß, aber die befallenen Bäume werden auch empfindlicher für Umweltschäden", sagt Galonska. Eine erfolgreiche Bekämpfung sei nur möglich, wenn endlich alle betroffenen Kommunen zusammenarbeiten und flächendeckend bekämpfen.

In Wittenberge wird ebenfalls am 5. Mai gesprüht. "In der Lenzener Chaussee von der B 189 bis zum Waldweg in Richtung Friedensteich wird es zu Verkehrsbehinderungen kommen", sagt Sabine Schneider vom Stadtbetriebshof. "Aber der Einsatz ist nötig, um Gesundheitsgefahren für Radler und Fußgänger auszuschließen."

Auch MV ist betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern sind Eichen und Alleen im gesamten Landkreis Ludwigslust befallen, wie das Umweltministerium mitteilte. Die Raupen besitzen Gifthärchen, die bei Mensch und Tier Hautausschläge, Bindehautentzündungen und auch asthmatische Beschwerden hervorrufen können. Beauftragte des Pflanzenschutzdienstes bekämpfen die Raupen jetzt außerhalb von Ortschaften in besonders befallenen Alleen aus der Luft.

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