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Streit : Sommerferien: Korridor von 90, 85 oder 80 Tagen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schulische Belange und Prüfungszeiten versus familienfreundlichere Ferien und Wirtschaftsinteressen. Jetzt könnte es eine Annäherung geben.

Im Streit um eine Entzerrung der Sommerferien kommt der Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchef Harry Glawe (CDU), den Kultusministern entgegen. Glawe schraubte die ursprüngliche Forderung von einem 90-Tage-Korridor auf 85 Tage zurück. „Wir sind kompromissbereit“, sagte er gestern in Schwerin.

Jetzt sollten sich aber auch die Kultusminister kompromissbereit zeigen, forderte er. „Die Kultusminister scheinen nur 80 Tage zu wollen.“ Die künftige Sommerferienregelung ist Thema bei der Wirtschaftsministerkonferenz heute und morgen in Berlin und ebenfalls bei der Kultusministerkonferenz nächste Woche. Die Wirtschaftsminister wollen mit einem breiteren Ferienkorridor der Tourismuswirtschaft entgegenkommen und auch den Ferienverkehr entzerren. Im März hatte auch die Ministerpräsidentenkonferenz die Kultusminister gebeten, einen 90-Tage-Gesamtzeitraum möglichst weit auszuschöpfen.

Der Streit zwischen Kultus- und Wirtschaftsministern über eine optimale Ferienregelung schwelt seit Jahren. Die derzeitige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Ressortchefin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte hingegen Anfang Mai erklärt, sie sehe keinen Spielraum für eine Verlängerung des Zeitkorridors. Sie führte dafür pädagogische Gründe an. So sei es nicht vertretbar, schon Mitte Juni mit den Ferien zu beginnen, weil zentrale Prüfungen dann nicht mehr ordnungsgemäß organisiert werden könnten.

2013 erstreckte sich die schulfreie Zeit im Sommer in den 16 Bundesländern Glawe zufolge auf 85 Tage. In diesem und im nächsten Jahr sind es nur 71 und 78 Tage. Das erschwere die Suche nach Urlaubsunterkünften für Familien mit Kindern und schränke das Geschäft der Ferienanbieter ein.

Weitere Themen der Wirtschaftsministerkonferenz sind der Bürokratieabbau, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sowie bessere Rahmenbedingungen für Gründer und Wagniskapitalgeber.


 

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