Asylpolitik MV : So viele Flüchtlinge wie noch nie

Um die Flut an Flüchtlingen zu bewältigen, kündigt Caffier zusätzliche Containerunterkünfte in der Erstaufnahme-Einrichtung in Horst an.
Um die Flut an Flüchtlingen zu bewältigen, kündigt Caffier zusätzliche Containerunterkünfte in der Erstaufnahme-Einrichtung in Horst an.

Innenminister Caffier rechnet mit 14200 Asylbewerbern in diesem Jahr. Wer nicht bleiben darf, soll schneller abgeschoben werden.

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18. August 2015, 21:00 Uhr

Noch nie hat Mecklenburg-Vorpommern so viele Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen. „Wir rechnen für dieses Jahr mit 14  200 Antragstellern, die ins Land kommen werden“, sagte gestern Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Bis vor Kurzem war das Innenministerium noch von 8500 Asylbewerbern in diesem Jahr ausgegangen. Wegen des wachsenden Zustroms musste die Prognose deutlich nach oben korrigiert werden. Die höchste Zahl an Asylbewerbern wurde bislang im Jahr 1992 gezählt, als 13 000 Antragsteller ins Land kamen.

Nach Medienberichten rechnet die Bundesregierung für dieses Jahr mit mindestens 650000, möglicherweise sogar 750000 Asylbewerbern in Deutschland. Nach dem Königssteiner Schlüssel nimmt Mecklenburg-Vorpommern davon 2,04 Prozent auf. „Der Druck, für ausreichende Unterkünfte und angemessene Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge zu sorgen, wird größer und erfordert enorme Anstrengungen“, sagte Caffier. Er kündigt zusätzliche Containerunterkünfte in der Erstaufnahme-Einrichtung in Horst an.

Im ersten Halbjahr wurden 4370 Erstanträge auf Asyl in Mecklenburg-Vorpommern gestellt. Unter den Antragstellern waren laut Innenministerium 975 aus Syrien, 934 aus der Ukraine, 645 aus Albanien, 309 aus Serbien, 280 aus Afghanistan und 20 aus dem Kosovo. Allein im Juli kamen noch einmal 1500 neue Anträge hinzu.

Insgesamt halten sich 7528 Asylbewerber im Land auf. Hinzu kommen 907 abgelehnte Asylbewerber, die aus verschieden Gründen bislang nicht abgeschoben werden konnten, so Caffier. 560 von ihnen kommen aus Balkanstaaten. Der Innenminister drängt auf deren schnelle Abschiebung und drohte mit Kürzung finanzieller Leistungen, wenn sie sich der Rückführung entziehen.

Der Minister verurteilte den Anschlag auf ein Asylheim in Drögeheide bei Torgelow, bei dem am Montagabend Unbekannte die Unterkunft mit Feuerwerkskörpern beschossen. „Angriffe auf Flüchtlingsheime sind Angriffe auf unsere Gesellschaft insgesamt“, sagte der Minister. Landesweit hat es in diesem Jahr 13 Anschläge auf Asylunterkünfte gegeben, 11 Täter konnten ermittelt werden.

Nach gestrigen Angaben der Bundesregierung wurde fast jede zweite rassistische Gewalttat in Deutschland 2014 im Osten verübt.

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