Mecklenburg Vorpommern : Senioren setzen auf den Hausnotruf

Wie funktioniert der Hausnotruf?  Jan Clausen   erklärt es gemeinsam mit   Petra Billerbeck (l.) und Kerstin Liebig (r.)  der  Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.
Wie funktioniert der Hausnotruf? Jan Clausen erklärt es gemeinsam mit Petra Billerbeck (l.) und Kerstin Liebig (r.) der Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

Immer mehr Menschen in fortgeschrittenem Alter vertrauen auf technische Unterstützung.

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24. März 2015, 11:55 Uhr

Immer mehr Menschen in fortgeschrittenem Alter vertrauen auf technische Unterstützung. „Wenn es nötig wird, lassen Senioren ihr häusliches Umfeld auch noch mit 90 plus technisch updaten“, weiß Dr. Thomas Zahn, Geschäftsführer des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts der AOK Nordost. Dieses hat analysiert, wie über 70-jährige Versicherte den Hausnotruf der Kasse in Anspruch nehmen. Da es sich beim Hausnotruf um ein anerkanntes Hilfsmittel handelt, können Kosten dafür von der Kasse erstattet werden, wenn der Nutzer eine Pflegestufe hat.

Das Durchschnittsalter der an einen Hausnotruf Angeschlossenen lag laut AOK zuletzt bei 85,1 Jahren. Vor allem Pflegebedürftige, die bereits einen Sturz oder einen anderen Notfall erlebt und danach länger auf Hilfe gewartet hatten, entscheiden sich für den mobilen Alarmknopf. Insgesamt stieg die Anzahl der Nutzer von 2010 bis 2013 im Bereich der AOK Nordost um 65 Prozent.

Dabei gab es in MV den größten Zuwachs: Während sich hier die Zahl der Hausnotrufnutzer mehr als verdoppelte, stieg sie in Berlin lediglich um 50 und in Brandenburg nur um 20 Prozent. Am seltensten werden Notrufsysteme hierzulande in Rostock und dem Landkreis Vorpommern-Rügen genutzt, am häufigsten im Landkreis Rostock.

Die Volkssolidarität (VS) betreut mit ihrer Schweriner Hausnotrufzentrale aktuell ca. 5030 Teilnehmer in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg, so Ralf Glück, der Leiter des VS-Hausnotrufs. „Allein im vergangenen Jahr wurden 1182 Neuverträge geschlossen.“ Klassische Hausnotrufnutzer seien weiblich, alleinlebend und durchschnittlich 80 Jahre alt. Pro Tag gingen in der Schweriner VS-Zentrale 150 bis 200 Notrufe ein. Im vergangenen Jahr wurden in mehr als 17 000 Fällen nach einem Notruf Pflege- oder Hintergrundeinsätze ausgelöst. Knapp 3900-mal wurden Angehörige zur Hilfe gerufen. In mehr als 2100 Fällen musste der Rettungsdienst verständigt werden, sechsmal auch die Feuerwehr, weil ein Funkrauchmelder den Alarm auslöste. Gut 24 500 Anrufe blieben ohne Konsequenz.

Ähnlich sieht auch die Bilanz beim DRK aus, dessen Hausnotruf in MV 4100 Menschen betreut. „Vor allem in den letzten drei , vier Jahren kommen jährlich rund 1000 neue Teilnehmer dazu“, so DRK-Hausnotruf-Leiter Gert Schmidt. Viele lebten in betreuten Wohnformen. „Mindestens zwei unserer Nutzer sind sogar über 100 Jahre alt“, freut sich Schmidt.

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