Sellering steht zu Gasprojekten

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08. September 2009, 08:20 Uhr

Lubmin | Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat den Investoren für den geplanten Bau der Gaspipeline und von Gaskraftwerken den Rücken gestärkt. Er stehe "uneingeschränkt" zu diesen Vorhaben, sagte Sellering am Montag in Lubmin der dpa. Angesprochen auf die kritische Haltung seiner Partei zum geplanten Steinkohlekraftwerk sagte er: "Die Gaskraftwerke sind bei uns nicht in Frage gestellt." Mit den beiden Projekten würden Voraussetzungen verbessert, um Gaskraftwerke an diesem Standort wirtschaftlich betreiben zu können, sagte Sellering.

Nord Stream, künftiger Betreiber der 1200 Kilometer langen Ostseepipeline, und die Wingas-Tochter Opal Nel Transport, die die 470 Kilometer lange Festlandsanbindungsleitung OPAL von Lubmin nach Olbernhau (Sachsen) bauen will, drücken aufs Tempo. Opal Nel will im Oktober mit dem Verschweißen und Verlegen der ersten Rohre in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern beginnen - und das, obwohl das Genehmigungsverfahren in Brandenburg noch nicht abgeschlossen ist. "Wir müssen jetzt beginnen, damit wir im August/September 2011 in Betrieb gehen können", sagte der Geschäftsführer von Opal Nel Transport, Bernd Vogel. Er zeigte sich überzeugt, dass das Vorhaben auch im Nachbarbundesland Brandenburg grünes Licht bekommt. Dort kam es wegen des Streits um eine Verdichterstation zu Verzögerungen im Verfahren um rund ein halbes Jahr.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen die Arbeiten für die mehr als eine Milliarde Euro teure Trasse nördlich der Peene bei Stolpe beginnen. Parallel dazu werde die Peenequerung, laut Vogel mit einem Kilometer Länge das umfangreichste Sondervorhaben auf der Gesamtrasse, vorbereitet. Erste Bauaufträge seien bereits vergeben.

Verzögerungen in BrandenburgNord Stream rechnet für die Gaspipeline durch die Ostsee Ende 2009 mit den Baugenehmigungen aus allen fünf Ostseeanrainern und will im Frühjahr 2010 mit dem Bau des 7,4 Milliarden Euro-Projektes starten. Im Genehmigungsverfahren für den 81 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt wurden vor kurzem erläuternde Ergänzungen zu naturschutzfachlichen Fragen an das StAUN Ueckermünde eingereicht, sagte Projektleiter Jens Lange. Auch in Schweden, wo der Widerstand gegen das Projekt zuletzt am größten war, schreitet das Verfahren nach Angaben von Nord Stream voran. "Wir haben für Schweden keinen Grund anzunehmen, dass das Projekt verwehrt wird", sagte Lange. Inzwischen haben Transportschiffe die ersten rund 1000 mit Beton ummantelten Rohre von Sassnitz-Mukran aus an den ersten Logistikstützpunkt Karlskrona (Schweden) gebracht. Das erste russische Gas soll 2011 durch die Pipeline nach Lubmin fließen,

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) bezeichnete Lubmin als einen hervorragenden Energie- und Industriestandort. NordStream und die geplanten Kraftwerke seien ein zentrales Element dieses Gewerbegebietes zur Schaffung neuer Industriearbeitsplätze. "Hier wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten investiert", sagte Seidel. So wollen die Erndtebrücker Eisenwerke eine Produktionsstätte für Großrohrkomponenten errichten, informierte er.

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