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Selbstständig? Ja, bitte!

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erstellt am 05.Okt.2010 | 07:05 Uhr

Rostock | Die Landesmesse der Schülerfirmen in MV ist das größte Zusammentreffen schulischen Unternehmernachwuchses in Deutschland. Alle zwei Jahre findet die Leistungsschau der Schülerfirmen statt. Die letzte Landesmesse gab es 2008 in Güstrow. 58 Firmen stellten sich vor. Fünf Schülerbetriebe aus Schweden waren zu Gast. Damals kamen 3000 Besucher. "Dieses Mal haben sich ganze Schulklassen als Besucher für die Messe angemeldet", so Projektmanagerin Susann Bischoff.

"Schülerfirmen bieten ein wirklichkeitsnahes Umfeld, in dem die Schüler wie richtige Unternehmer zu denken und zu handeln lernen", sagt Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU). Die Schülerunternehmen sind natürlich keine richtigen Firmen. Aber sie orientieren sich an ihnen. Unter pädagogischer Anleitung können die Jugendlichen viel lernen. Hier ist das Engagement der Lehrer gefragt. Um sie fachlich auf ihre Aufgaben vorzubereiten, bietet das Schülerfirmen-Projekt drei- bis viermal im Jahr spezielle Fortbildungen an. Von 2005 bis August 2010 haben 224 Lehrer von diesem Bildungsangebot Gebrauch gemacht. Das Schülerfirmen-Programm ist ein Projekt des Wirtschaftsministeriums in Kooperation mit dem Bildungsministerium. Es wird unterstützt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Mehr als 1000 Schüler im Land sind in Firmen unternehmerisch tätig. Damit arbeiten an fast jeder vierten Schule junge Unternehmer. Die meisten Schülerfirmen sind mit 65 an den Regionalen Schulen aktiv, gefolgt von den Gymnasien (38) und Gesamtschulen (20). Aber auch an Förderschulen (11), Grundschulen (2), Beruflichen Schulen (4) und über Vereine (2) sind Schülerfirmen tätig. Dort können Jugendliche Teamarbeit, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein trainieren. Sie erhalten so einen Einblick in das spätere Berufsleben und sammeln wichtige Erfahrungen. Darüber hinaus lernen sie wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen, unternehmerisch zu denken und zu handeln.

Im Gegensatz zu Planspielen agieren Schülerfirmen wie in der realen Wirtschaft. Sie entwickeln gemeinsam eine Geschäftsidee und setzen sie in die Praxis um. Sie betreiben Marketing, organisieren den Vertrieb ihres Produkts oder bieten ihre Dienstleistung an. Außerdem müssen sie die Buchhaltung übernehmen. Eben alles, was auch bei einer richtigen Firma anfällt. Dabei erhalten sie Unterstützung von Beratungsagenturen.

Mit Hilfe dieses Projektes sollen die Jugendlichen eine positive Einstellung zur beruflichen Selbstständigkeit entwickeln. Und auch wer sich später nicht selbstständig macht, hat wertvolle Erfahrungen für seine Zukunft als Mitarbeiter eines Unternehmens gesammelt. Durch das Programm soll der Schulunterricht ergänzt werden, um die Jugendlichen optimal auf das Berufsleben vorzubereiten.

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