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Hebammenhilfe : Schwerinerin fordert Politik heraus

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit einer E-Petition will Michaela Skott erreichen, dass sich der Bundestags-Petitionsausschuss mit Problemen der Geburtshilfe befasst

svz.de von
erstellt am 12.Jun.2014 | 07:35 Uhr

Jede Frau soll das Recht haben, den Geburtsort ihres Kindes und diejenigen, die sie bei der Geburt betreuen, frei zu bestimmen. Die das fordert, ist selbst Mutter zweier Kinder: Michaela Skott, freie Journalistin aus Schwerin. Seit Jahren engagiert sich die 37-Jährige im bundesweiten Netzwerk „Hebammenunterstützung“ für eine flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe und Geburtsstationen. Jetzt hat die Schwerinerin sich mit einer E-Petition an den Deutschen Bundestag gewandt, in der sie ein Grundrecht auf freie Wahl des Geburtsortes sowie eine Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme fordert. Damit der Petitionsausschuss sich tatsächlich mit dem Anliegen befasst, müssen bis zum 5. Juli 50 000 Unterstützer gewonnen werden – mit klassischen Unterschriftenlisten oder direkt im Internet. „Hunderttausende bereits von privaten Initiativen gesammelte Unterschriften helfen in dieser Hinsicht leider nicht“, betont Michaela Skott.

Bereits seit Monaten fordern Eltern, Hebammen und ihre Unterstützer, dass die Bundespolitik die Rahmenbedingungen für die Geburtshilfe verbessern muss. „Dazu gehört neben der Sicherung des Berufsstandes der Hebammen auch die Neuordnung des Vergütungssystems in der Geburtshilfe“, heißt es in der Petition Nr. 51 168. Denn immer mehr Geburtshilfestationen schließen, weil sie nicht mehr rentabel betrieben werden können. Parallel dazu ziehen sich immer mehr freiberuflich tätige Hebammen aus der Geburtshilfe oder sogar ganz aus dem Beruf zurück, weil sie die enorm steigenden Prämien für ihre Berufshaftpflichtversicherung nicht mehr bezahlen können. Diese Probleme seien lange bekannt, doch bis auf einen faulen Scheinkompromiss und Lippenbekenntnisse habe sich bislang wenig getan, bedauert Michaela Skott. Von Mutter zu Mutter hatte sie sich im letzten Herbst in einem Brief an die Ehefrau des neuen Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe gewandt, und sie für die Probleme in der Geburtshilfe zu sensibilisieren. Eine Antwort kam nie.

In Mecklenburg-Vorpommern bieten derzeit nach Angaben der Grünen Landtagsfraktion nur noch zehn freiberuflich tätige Hebammen neben Geburtsvorbereitung und Wochenbettbetreuung auch aktive Geburtshilfe an – als Beleghebamme in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder in der Wohnung der Schwangeren. Vor fünf Jahren gab es noch 32 dieser Geburtshelferinnen.

„Kinder sind zentraler Bestandteil des Fortbestehens unseres Landes. Kinder müssen geboren werden“, begründet Michaela Skott ihre Petition. „Die Politik muss anfangen mit denjenigen zu sprechen, die die Kinder bekommen – uns Frauen.“ Staat und Krankenkassen müssten verpflichtet werden, ein flächendeckendes Angebot in der Geburtshilfe vorzuhalten.

Link zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html

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