Schweinegrippe bleibt brisant

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14. September 2009, 08:24 Uhr

Rostock | Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger rät dringend dazu, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. "Als Arzt merkt man, dass sich die Schweinegrippe weiter ausbreitet", sagte Reisinger. Noch seien die Schweregrade der Erkrankung in Deutschland sehr gering, doch niemand könne sich darauf verlassen, dass dies so bleibe. Es sei deshalb fahrlässig und berge ein hohes Risiko, auf eine Impfung zu verzichten. "Eine Entwarnung gibt es nicht."

Bundesweit waren Anfang September knapp 17 000 Menschen mit Schweinegrippe registriert worden. Einer Umfrage zufolge wollen sich fast zwei Drittel der Deutschen zum Start der Impfungen im Herbst "auf keinen Fall" oder "wahrscheinlich nicht" impfen lassen. "Jeder ist seines Glückes Schmied", sagte Reisinger. Die Impfung sei nicht verpflichtend, sie könne nur empfohlen werden. Der weitere Verlauf der Schweinegrippe-Pandemie sei nur schwer vorherzusagen. "Auch bei früheren Grippe-Pandemien gab es zunächst einen scheinbar harmlosen Verlauf, bevor dann eine hohe Sterblichkeit aufgetreten ist", sagte Reisinger. "Wenn sich die krankmachenden Eigenschaften verstärken, werden sich auch diejenigen impfen lassen, die heute noch der Impfung skeptisch gegenüberstehen", zeigte sich der Tropenmediziner überzeugt.

Es sei aber durchaus auch möglich, dass die Grippe auf dem derzeitigen Niveau bleibe. Trotz dieser großen Unsicherheit über die weitere Entwicklung sei es wichtig, dass schnell ein Impfstoff entwickelt werde. Noch liege die Sterblichkeit bei Schweinegrippe-Erkrankungen weltweit bei 0,4 Prozent. Es sei aber davon auszugehen, dass schon Menschen an Schweinegrippe gestorben sind, ohne dass der Erreger nachgewiesen wurde.

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