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Veränderter Maßstab sorgt für Unmut : Schulleitertreffen zu Bewertungswirrwarr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schulämter drängen auf Einhaltung der geltenden Richtlinien an Gymnasien

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Vergatterung für strengere Schulbewertungen: Heute Nachmittag sind die Gymnasialschulleiter nach Schwerin zur Dienstbesprechung eingeladen, um dem seit Schuljahresbeginn herrschenden Bewertungswirrwarr ein Ende zu setzen. Ein vermeintlich veränderter Bewertungsmaßstab sorgt bei Schülern und Eltern seit Wochen für Unmut. Während im vergangenen Schuljahr eine Leistung noch mit 1 benotet worden war, wenn 85 Prozent der Leistungen richtig erbracht wurden, würden jetzt für dieselbe Note 96 Prozent richtige Antworten vorausgesetzt, kritisieren betroffene Gymnasiasten gegenüber unserer Redaktion. Gänzlich verwirrend – und ungerecht – werde es dort, wo Schüler der 11. Klassen nach den strengeren Maßstäben bewertet werden, für Schüler der 12. Klassen jedoch die alten Bewertungsregeln fortgelten.

In der Tat seien auch im Schulamt Schwerin entsprechende Hinweise eingegangen, bestätigte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD). Dabei sei die Rechtslage eindeutig: „Schon seit dem 1. August 2014 gelten auch in der gymnasialen Oberstufe erstmals in der Geschichte des Landes einheitliche Bewertungsmaßstäbe“, so der Minister. Zu diesem Zeitpunkt sei zudem eine Neufassung der Abiturprüfungsverordnung in Kraft getreten, die unter anderem die Bewertung von Klausuren regelt. Danach kann tatsächlich eine Klausur mit 85 Prozent richtigen Antworten noch mit einer „1-“ bewertet werden. „Für alle anderen zu bewertenden Leistungen von Gymnasiasten gilt aber die Leistungsbewertungsverordnung“, so Brodkorb. Und das heißt: Hier gibt es die 1 nur bei 96 Prozent richtigen Lösungen. Im Juli habe es auf Betreiben von Gymnasiallehrerverbänden dazu eine Konkretisierung im Gesetzestext gegeben. Erst sie sei offenbar an einzelnen Schulen Auslöser für eine Änderung der Bewertungspraxis gewesen.

Die Schulämter seien nun gehalten, das Einhalten der geltenden Rechtslage sicherzustellen, heißt es aus dem Ministerium. Dem diene auch heute Nachmittag in Schwerin eine „Erläuterungsrunde“ für Gymnasialschulleiter. Alle Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe hätten Anspruch auf Gleichbehandlung. „Eine Benachteiligung der Schülerinnen und Schüler entsteht durch die Anwendung der seit 1. August 2014 geltenden Bewertungsmaßstäbe nicht, weil die Maßstäbe nicht rückwirkend auf bereits erteilte Noten angewendet werden“, betont Bildungsminister Brodkorb.

 

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