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Bildung MV : Schulleiter von Statistiken genervt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bildungsminister kündigt Konsequenzen aus Befragung an: Neues Schulrechtsportal im Internet und gestaffelte Qualifizierungen

svz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 07:34 Uhr

Nichts macht Schulleitungen im Land so sehr zu schaffen wie Politik und Verwaltung: Ständig geänderte Verwaltungsvorschriften und Erlässe, Hin- und Her zwischen Schulamt und Schulträger, unklare politische Richtung bei der Inklusion – in einer repräsentativen Befragung durch die Universität Rostock nahmen Schulleiter und ihre Stellvertreter im Herbst 2013 kein Blatt vor den Mund, als sie benennen sollten, was ihnen die Arbeit schwer macht.

Inzwischen sind ihre Kritiken angekommen. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) stellte gestern in Schwerin erste Konsequenzen aus der Befragung vor. Zum Beispiel bei den ungeliebten Statistiken. Derzeit müssen zwei Systeme mit teils identischen Daten gefüttert werden – eins für die Schulträger, eins für das Ministerium. Künftig soll der Aufwand verringert werden. „Wir streben eine integrierte Schulverwaltungssoftware an“, erklärte Brodkorb. Entsprechende Gespräche mit Städten und Gemeinden liefen. Dennoch werde es zwei bis drei Jahre dauern, bis eine einheitliche serverbasierte Anwendung für alle Schulen verfügbar ist, so der Minister. Grund sei die sehr unterschiedliche technische Ausstattung der Schulen.

Ob Schulleiter mit ihrer Arbeit zufrieden sind, hängt der Umfrage zufolge stark von Art und Lage ihrer Schule ab. Wer in einer kreisfreien Stadt arbeitet, ist demnach zufriedener als Kollegen auf dem Land und in Kleinstädten. Anders herum wird in größeren Städten die Arbeit als belastender empfunden. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Simone Oldenburg, fordert deshalb, Schulleitern einen zweiten Stellvertreter zuzugestehen. Außerdem regt sie an, die Unterrichtsverpflichtung für Schulleiter um fünf Wochenstunden zu reduzieren. Der Umfrage zufolge waren diejenigen, die weniger unterrichteten, aber nicht zwangsläufig zufriedener. Lediglich in sehr kleinen Grundschulen, wo Schulleiter auch Klassenleiter sind, wurde das Stundenvolumen als belastend empfunden.

Insgesamt seien die Schulleiter im Land mit ihrer Arbeit zufriedener, als er angenommen hätte, so Brodkorb. Nach seiner Auffassung haben unter anderem die seit 2014 gezahlten Zulagen für viele Schulleiter und ihre Stellvertreter ebenso dazu beigetragen wie die seit diesem Schuljahr geltende frühere verbindliche Stellenzuweisung. Statt einst 135 gebe es deshalb im Moment auch nur noch 49 unbesetzte Schulleitungspositionen im Land. Sechs würden nicht mehr besetzt, weil der Bestand der Schule nicht garantiert sei. Von den restlichen seien 24 Stellen erfolgreich ausgeschrieben worden, tatsächlich wären also nur noch 19 Leitungspositionen offen. „19 von insgesamt 1100 Leitungsstellen“, wie Brodkorb betont

Für alle, die Schulleiter werden wollen, aber auch für diejenigen, die es bereits seien, gibt es seit 2014 neue Qualifizierungsangebote. Das Land stellt für das auf drei Jahre angelegte vierstufige Programm 300 000 Euro zur Verfügung. Neu ist zudem ein internetbasiertes Selbstlern-Programm zum Schulrecht – hier hatten besonders viele Schulleiter Fortbildungsbedarf angemeldet.

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