Schulgesetz begrüßt - Kopfnoten abgelehnt

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05. Juni 2008, 06:46 Uhr

Schwerin | Der Landeselternrat hat die Regierungspläne für mehr Selbstständigkeit der Schulen und größeren Wettbewerb begrüßt, aber auch Kritik geübt. So sei der Termin für die Verbandsanhörung zum neuen Schulgesetz unpassend gewählt, da er genau in die Schulferien und damit die Urlaubszeit falle, beklagte Verbandsvorsitzender André Wionsek. Außerdem werde das angekündigte freie Schulwahlrecht ab Klasse 5 durch beschränkte Kostenerstattung für den Schülertransport ausgehebelt. Da die Kosten nur zur "örtlich zuständigen Schule" übernommen würden, werde die freie Schulwahl zur Mogelpackung, Bildungsminister Henry Tesch (CDU) hatte am Vortag die Reformpläne erläutert, die 2009 wirksam werden sollen.

Unterdessen bekräftigten Elternrat, Schülerrat und die Lehrergewerkschaft GEW in einer gemeinsamen Mitteilung ihren Widerstand gegen die Einführung sogenannter Kopfnoten zur Bewertung von Sozialverhalten. Heute befasst sich der Landtag mit der Einführung von Kopfnoten oder von Bewertungsgraden für soziales Verhalten zum nächsten Schuljahr. Die Wirtschaft unterstützt dieses Vorhaben.

Die im "Aktionsbündnis für eine bessere Schule" zusammengeschlossenen Verbände begründeten ihre Ablehnung hingegen mit der Sorge, dass damit Schüler aus sozial schwierigen Elternhäusern zusätzlich benachteiligt werden könnten. "Mit den Bewertungsgraden sollen Kriterien beurteilt werden, deren Anlage und Entwicklung überwiegend im Elternhaus erfolgen, wie zum Beispiel Umgangsformen und Einhaltung von Regeln", heißt es. Länder, die beim Schulvergleich PISA gut abgeschnitten hätten, würden keine Kopfnoten kennen.

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