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Rente, Geld, Energie: Das ändert sich 2012

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erstellt am 30.Dez.2011 | 10:06 Uhr

Deutschland hat ein ehrgeiziges Ziel: Der benötigte Strom soll bis 2020 zu 35 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 50 und bis 2050 auf 80 Prozent steigen. So steht es in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die am 1. Januar in Kraft tritt. Doch die Energiewende hat ihren Preis. Und so steigt die Ökostrom umlage 2012 erneut - allerdings sehr moderat von 3,53 auf 3,589 Cent je Kilowattstunde Strom. Für eine Familie, die 4000 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht, ist das ein Plus von gerade einmal 2,36 Euro im Jahr. Zwölf Monate zuvor war die EEG-Umlage um 70 Prozent von 2,047 auf 3,53 Cent gestiegen. Nunmehr schlägt die Ökostrom umlage, die über den Strompreis bezahlt und für die Förderung von Windparks, Biogasanlagen, Solaranlagen & Co. eingesetzt wird, bei einem solchen Durchschnittshaushalt schon mit rund 143 Euro pro Jahr zu Buche.

Um die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Ener gien im Griff zu behalten, wird im kommenden Jahr die Förderung von Fotovoltaikanlagen erneut gekürzt. Die auf rund 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für den erzeugten Strom fällt um 15 Prozent. Für Anlagen auf Dächern, deren installierte Leistung niedriger als 30 kWp ist, sinkt sie beispielsweise von 28,74 Cent je kWh auf 24,43 Cent. Für Dachanlagen zwischen 30 und 100 kWp sinkt der Vergütungssatz auf 23,26 Cent.

Im neuen Jahr müssen viele Verbraucher für Strom und Gas wieder tiefer ins Portmonee greifen. Mehr als 164 Anbieter haben Tariferhöhungen rund um den Jahreswechsel angekündigt. Doch es gibt auch gute Nachrichten für die Verbraucher: Der Anbieterwechsel soll schneller über die Bühne gehen. Er darf künftig höchstens noch drei Wochen dauern. Die Frist läuft ab dem Tag, an dem dem Netzbetreiber die Anmeldung des neuen Lieferanten zur Netznutzung zugeht. "In der Praxis kann das bedeuten, dass vom Vertragsschluss mit dem neuen Versorger bis zur tatsächlichen Belieferung mehr als drei Wochen vergehen", sagt Horst-Ulrich Frank, Energieexperte der Neuen Verbraucherzentrale MV. Die Verbraucherschützer erwarten, dass es insgesamt fünf bis sechs Wochen dauern wird. Damit die Anbieter diese Anforderungen erfüllen können, hat die Bundesnetzagentur eine Frist bis zum 1. April 2012 eingeräumt. Ab dann kann die Versorgung des neuen Kunden an jedem beliebigen Werktag beginnen - und nicht mehr nur zum 1. eines Monats. Klappt der Wechsel nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist, steht dem Kunden sogar Schadenersatz zu.

Ab Februar müssen Stromanbieter ihre Kunden in den Rechnungen auch umfassender informieren und über ihren Verbrauch aufklären. Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass die Rechnung dann Grafiken enthalten soll, die zeigen, wie sich der Verbrauch des Kunden-Haushalts im Vergleich zu ähnlichen Haushalten verhält. So sollen die Verbraucher besser erkennen können, ob sie Ein sparpotenziale haben. Bei Streit mit dem Anbieter können sich Verbraucher an eine neue bundesweite Schlichtungsstelle wenden (schlichtungsstelle-energie.de).

Die Netzbetreiber müssen zum 1. April 2012 erstmals einen nationalen Netzentwicklungsplan vorlegen. Damit soll klar werden, wo welche neuen Stromtrassen für die Energiewende notwendig sind.

Auch im Wohnzimmer geht die Energiewende weiter. Nach den Glühbirnen mit 100, 75 und 60 Watt wird im kommenden Jahr auch die 40-Watt-Birne verbannt. Ab 1. September 2012 darf sie nicht mehr produziert werden. Vorher ausgelieferte Birnen können aber noch verkauft werden. Glühbirnen wandeln nur fünf Prozent der Energie in Licht um.

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