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RATGEBER: Wie verhalte ich mich richtig in einem Sandsturm

vom

svz.de von
erstellt am 08.Apr.2011 | 09:21 Uhr

Zu Sandstürmen kommt es vor allem im Frühjahr immer wieder. "Für Autofahrer gilt dann das Gleiche wie bei jeder anderen Art von Sichtbehinderung, beispielsweise bei Nebel", erklärte Maximilian Maurer, Pressesprecher des ADAC. "Sie müssen ihre Geschwindigkeit drosseln, den Abstand zum Vorausfahrenden erhöhen und das Licht einschalten." Im Extremfall müsse der Kraftfahrer bis auf Schritttempo heruntergehen oder sogar den nächsten Parkplatz ansteuern.

Ohne den Ermittlungen zum gestrigen Unfall vorgreifen zu wollen, sei ein zu geringer Sicherheitsabstand bei zu hoher Geschwindigkeit das Hauptproblem bei fast allen Massenkarambolagen. "Die Autos fahren dicht an dicht. Ein kleiner Fehler, ein unvorhergesehenes Ereignis und ein rechtzeitiges Reagieren ist einfach nicht mehr möglich", so Maximilian Maurer. "Die Kraftfahrer fahren ineinander und wissen eigentlich gar nicht, was passiert ist."

Wie viel Zeit die Kraftfahrer auf der A 19 gestern überhaupt hatten, ihre Fahrweise anzupassen, ist unklar. Möglicherweise hatte der Sandsturm auch noch für eine zusätzliche Gefahr gesorgt. "Sand kann, wenn er in größerer Menge auf die Fahrbahn kommt, wie Glatteis wirken", sagte der ADAC-Sprecher. "Die kleinen Teilchen wirken zwischen Reifen und Straße wie ein Kugellager." Auch Sturmböen an sich können für Kraftfahrer zum Problem werden. Deshalb sei es bei stürmischem Wetter wichtig, beide Hände am Lenkrad zu haben und immer darauf gefasst zu sein, dass das Auto durch den Wind weggedrückt wird. Dann könne man schnell genug gegenlenken, so Maurer.


MASSENUNFÄLLE

Oktober 1990: Auf der A 9 (Berlin-Nürnberg) rasen rund 200 Fahrzeuge bei dichtem Nebel ineinander. Elf Menschen sterben.

Januar 2000: Zwei Massenkarambolagen mit insgesamt 100 Fahrzeugen lösen auf der A 7 (Fulda-Würzburg) Chaos aus. Bilanz: Zwei Tote.

April 2008:
Blitzeis löst auf der Autobahn A 71 in Bayern einen Unfall mit 27 Autos aus. Ein Mann kommt ums Leben.

Januar 2010: Bei einer Massenkarambolage in der Silvesternacht auf der Autobahn 5 nahe Freiburg kommen zwei Menschen ums Leben.

dpa


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