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Rasseliste ist Ländersache

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erstellt am 19.Mai.2010 | 07:17 Uhr

Nach dem Tod des sechsjährigen Volkan auf einem Hamburger Schulhof - totgebissen von einem Pitbull und einer Staffordshire-Hündin - beschloss die Bundesregierung im Jahre 2000 einen Maßnahmenkatalog zum Umgang mit gefährlichen Hunden, die in Form von Landesverordnungen umgesetzt werden sollten.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern regelt die Hundehalteverordnung den Umgang mit diesen Tieren. Als gefährlich stuft das Land jene ein, die durch Zucht, Ausbildung oder Abrichtung erhöhte Kampfbereitschaft, Angriffslust und Schärfe zeigen. Auch Hunde, die einen Menschen oder ein Tier ohne Provokation gebissen haben, gelten als gefährlich. Die Hunderassen und -arten American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier sowie der Bull Terrier gelten hierzulande als "Kampfhunde".

Gefährliche Hunde, die die oben genannten Kriterien erfüllen, müssen grundsätzlich an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen. Außerdem gilt eine Chip- und Versicherungspflicht, eine Genehmigungspflicht sowie weitere Bestimmungen. Wer einen dieser Hunde halten will, benötigt die Erlaubnis der örtlichen Ordnungsbehörde. Von der Regelung nicht betroffen sind Diensthunde der Behörden sowie Hunde des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes.

Die Einführung der Rasselisten rief Kritik hervor, insbesondere bei den Hundebesitzern, die sich durch die Stigmatisierung ihres Hundes unfair behandelt fühlten und Sturm liefen. Mittlerweile sind Verordnungen in einigen Bundesländern von den Verwaltungsgerichten gekippt worden. Der Grund: Die gesetzliche Grundlage fehlte. Aus diesem Grund verkürzte Mecklenburg-Vorpommern die Rasseliste von elf auf vier Hunderassen.

Die hiesige Hundehalte verordnung läuft in wenigen Wochen aus. Nach Angaben des Innenministeriums wird an einem nahtlosen Übergang gearbeitet, ein rechtsfreier Raum entstehe nicht.

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