Prozess gegen Gentechnikgegner vertagt

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01. April 2010, 07:55 Uhr

Waren | Der Prozess gegen zwei Gentechnikgegner, die Bio-Kartoffeln auf ein Versuchsfeld für genveränderte Kartoffeln geworfen haben sollen, ist gestern vom Amtsgericht Waren auf den 21. April vertagt worden. Zwei Männer müssen sich in dem Prozess wegen Sachbeschädigung und Nötigung verantworten. Nach mehreren Anträgen der Verteidigung sollen der Landwirt, der die gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora bei Bütow (Müritzkreis) anbaut, noch einmal und zwei seiner Angestellten erstmals als Zeugen gehört werden. Damit will die Verteidigung klären, ob dem Betrieb durch das Ausbringen von Bio-Saatkartoffeln auf dem 2009 bundesweit einzigen Amflora- Versuchsfeld wirklich ein Schaden entstanden ist. Die beiden 41 und 22 Jahre alten Angeklagten aus Beggerow (Kreis Demmin) hatten zum Prozessauftakt bereits zugegeben, gegen den Willen des Kartoffelzüchters mehrere Kilogramm Bio-Saatkartoffeln auf den Acker gebracht zu haben. Nach Angaben des Agrarbetriebes konnte deshalb ein zwei Hektar großes Stück nicht genutzt werden. Den zusätzlichen Aufwand bezifferte die Firma auf 2600 Euro.


EU hat Anbau genehmigt

Der Versuch fand 2009 trotzdem statt. Die EU hat den Anbau der Amflora, die von der BASF Plant Science GmbH zur Stärkeproduktion entwickelt wurde, trotz der Bedenken von Umweltverbänden für 2010 genehmigt. Gentechnikgegner in MV forderten erneut ein nationales Anbauverbot der gentechnisch veränderten Kartoffel "Amflora". In einem offenen Brief an Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) appellierten gestern Vertreter der 13 gentechnikfreien Regionen (GFR) im Land, sich persönlich bei Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) für ein solches Verbot einzusetzen. Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige Bundesland, in dem "Amflora" zu Versuchszwecken angebaut wurde. Die GFR beruft sich auf ein Rechtsgutachten von Greenpeace, wonach Aigner dazu verpflichtet sei, den Anbau von "Amflora" zu untersagen, da die EU mit der Zulassung der Kartoffel gegen europäisches Recht verstoßen habe.

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