Präzisionsarbeit für die Röhre

Auf der Opal-Baustelle bei Ducherow. Schweißer erhitzen ein Rohrende vor dem Verschweißen.ddp
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Auf der Opal-Baustelle bei Ducherow. Schweißer erhitzen ein Rohrende vor dem Verschweißen.ddp

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30. Oktober 2009, 11:42 Uhr

Ueckermünde/Coswig | Auf dem Winterraps-Acker westlich von Ueckermünde stehen die Schweißer Peter Bart und Martin Ladziak in einem Zelt. Es ist eng. Quer durch die Kunststoffkabine führt eine riesige Stahlröhre mit einem Durchmesser von 1,40 Metern. Bart setzt den Schweißautomaten auf den Stahlmantel, stellt Düsenabstand und Geschwindigkeit ein. Mit einem Zischen streift der Roboter über den Stoß zwischen zwei Rohrsegmenten. 25 Minuten später ist die quer durch Ostdeutschland führende Ostseepipeline-Anbindungsleitung (Opal) um 18 Meter länger.

Seit Anfang Oktober arbeiten Verlegekolonnen an fünf Baustellen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen an der neuen Erdgastrasse, durch die schon in zwei Jahren das erste russische Gas für Süd- und Westeuropa fließen soll. "Wir liegen gut in der Zeit", sagt Bernd Vogel, Chef der Opal NEL Transport GmbH. Pro Tag wachse der Leitungsstrang um 300 Meter. Auch in Brandenburg sollen die Bauarbeiten bald beginnen. Insgesamt rund eine Milliarde Euro kostet der 470 Kilometer lange Strang, der vom Anlandepunkt der künftigen Ostseepipeline in Lubmin bis an die tschechische Grenze führen wird. Inzwischen haben die Trassenbauarbeiten auf den fünf Abschnitten Lubmin-Anklam, Stolpe-Ferdinandshof, Ferdinandshof-Grenze Brandenburg, Olbernhau-Dresden sowie Coswig-Grenze Brandenburg begonnen.

Auf ihrem Weg haben die Trassenbauer viele Hindernisse zu überwinden. Bäche, Feldwege, Straßen, Bahnstrecken und sogar Autobahnen seien eher Routine, sagt Vogel. Aber die Flüsse würden zur Herausforderung. Für die Querung der Elbe zum Beispiel muss bei Coswig ein 180 Meter langer Rohrstrang mit Beton ummantelt und versenkt werden. Noch komplizierter wird es an der unter Naturschutz stehenden Peeneniederung bei Stolpe, westlich von Anklam. Dort muss voraussichtlich ab Januar ein 1000 Meter langer Tunnel unter den Fluss gebohrt werden.

Präzision ist auch in Lubmin gefragt. Südwestlich des Hafenbeckens, wo die künftige Anlandestation der Pipeline entstehen soll, graben sich die Bauteams derzeit bis zu 30 Meter tief in den Boden. In der Grube wird später ein Gerät installiert, dessen rotierender Bohrkopf zwei Tunnel unter den Hafen treiben soll.

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