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Rainer Becker wird für BDZV-Bürgerpreis nominiert : Polizist mit Herz für Kinder

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Mit Herzblut bei der Sache sein. So das Credo von Rainer Becker, Regionalbeauftragter Nord der Deutschen Kinderhilfe. "Es gibt Leute, die mir gelegentlich vorwerfen, ein Aktionist zu sein".

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erstellt am 13.Jul.2011 | 07:54 Uhr

Güstrow | Mit Herzblut bei der Sache sein. So das Credo von Rainer Becker, Regionalbeauftragter Nord der Deutschen Kinderhilfe. "Es gibt Leute, die mir gelegentlich vorwerfen, ein Aktionist zu sein". Das Lächeln in den Augenwinkeln verrät, dass ihn diese Kritik keineswegs verärgert. Im Gegenteil. Der Stolz über die Einschätzung ist Becker anzusehen. Der Erfolg gibt ihm Recht. Als Motor der Kinderhilfe MV hat er in den vergangenen Jahren viel erreicht.

Das Thema Kinderschutz lag Rainer Becker von je her am Herzen. So entspringt zum Beispiel die Einrichtung einer kostenlosen Kinderschutz-Hotline in MV seiner Initiative. Für sein Engagement wird Becker jetzt belohnt: Er ist für den Bürgerpreis nominiert, der vom Bund Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) für besondere Verdienste in der Gesellschaft verliehen wird.

Im Hauptamt ist Rainer Becker Polizeidirektor und doziert an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow. Der 55-Jährige sieht eine große Schnittmenge zwischen seinen beiden Tätigkeitsbereichen. Ohne seine hauptamtliche Arbeit wäre er wohl nicht bei der Kinderhilfe gelandet: Der Polizist Becker interessierte sich schon früh für das Thema Gefahrenabwehr. "Wie kann man Kinder vor Gefahren schützen?" Mit dieser Frage setzte sich der gebürtige Hamburger auseinander. Ein Erlebnis im Jahr 2006 prägte ihn besonders: "Das Schicksal von Lea-Marie aus Teterow, die von ihrer Mutter jahrelang misshandelt wurde, hat mich tief bewegt". Daraufhin wurde Rainer Becker aktiv. Er organisierte Vorträge und Diskussionsrunden. Im Vordergrund stand für den dreifachen Vater immer: "Wie können Kinder besser vor Misshandlungen geschützt werden?" Zudem machte er sich Gedanken, wie man Betroffenen helfen könnte.

Seine Idee: Eine kostenlose Kinderschutz-Hotline nach dem Berliner Modell. Sein Vorschlag stieß in Schwerin auf wenig Gegenliebe. Kritik gab es vor allem an der Umsetzung: "Wie soll so ein Vorhaben in einem Flächenstaat wie MV zentral organisiert werden?" fragten die Landespolitiker. Ein trauriges Schicksal half Rainer Becker bei der Einrichtung des Service-Telefons: Der tragische Hungertod von Lea-Sophie aus Schwerin 2007. "Das verdeutlichte vielen, dass etwas getan werden muss", so Becker.

"Bildung für alle" im Landkreis Güstrow

Seit dem ersten Februar 2008 ist die landesweite Kinderschutz-Hotline geschaltet und erfolgreich: Mittlerweile werden in MV doppelt so viele Kindeswohlgefährdungen angezeigt wie früher. Im gleichen Zeitraum rief der Wahl-Güstrower den Landesverband der Kinderhilfe MV ins Leben: Am ersten April 2008 gründete er den Verein. Als Vorstand der ehrenamtlichen Organisation hat er seitdem viele seiner "Herzblutthemen" umsetzen können. So initiierte die Kinderhilfe zum Beispiel 2009 das bis heute andauernde Projekt "Bildung für alle" im Landkreis Güstrow. Ziel der Initiative ist, dass Kinder einkommensschwacher Familien mit Gutscheinen Nachhilfestunden, Musikschulen oder Sportvereine kostenlos besuchen können.

In Zukunft wird sich Rainer Becker weiter für die Belange von Kindern einsetzen, auch wenn es mittlerweile strukturelle Veränderungen bei der Kinderhilfe MV gab: "Ende 2010 haben wir den Landesverband aufgelöst. Denn es soll nur noch eine deutsche Kinderhilfe geben." Seit der Neuorganisation ist Becker als Regionalbeauftragter Nord und im Bundesverband der Deutschen Kinderhilfe aktiv. Trotzdem haben sich seine Ziele nicht geändert: "Ich möchte möglichst lange mit der Kinderhilfe weitermachen. Mein Traum ist, dass das Klima für Kinder in unserem Land besser wird."


Hintergrund BDZV-Bürgerpreis

Besonderes bürgerschaftliches Engagement verdient Anerkennung. Diese Auffassung vertritt der Bund Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Seit 2010 zeichnet die Organisation deshalb den Bürger bzw. die Bürgerin des Jahres aus. Auch in diesem Jahr soll wieder eine Person prämiert werden, die sich außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit in herausragender Weise für die Gesellschaft engagiert hat. Auch ein Geldsegen wird den Preisträger erwarten: Die Auzeichnung ist mit 20000 Euro dotiert. Vorschläge können nur von Zeitungen aus Deutschland eingereicht werden. Rainer Becker von der Kinderhilfe steht in diesem Jahr auf der Nominierungsliste.

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