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Flüchtlinge in MV : Polizei: „Brauchen 500 Stellen mehr“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die aktuelle Flüchtlingskrise offenbart ihre Folgen: Die Gewerkschaft der Polizei sieht Grenzen der Belastbarkeit überschritten.

von
erstellt am 17.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Polizeibeamte unter Dauerstress. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht jetzt die Grenzen der Belastbarkeit überschritten. In einem gestern von der GdP veröffentlichten Brief an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) fordert der Landesvorsitzende Christian Schumacher 500 zusätzliche Stellen in der Landespolizei und dass der Regierungschef die Unterstützung der Ordnungshüter zur Chefsache macht. Schumacher zufolge müssten jährlich 300 angehende Polizisten neu eingestellt werden – derzeit seien es 150.

„Seit Jahren regiert in der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern der Rotstift“, sagte Schumacher. Seit 1999 wurden mehr als 1000 Stellen gestrichen. „Die von uns seit Jahren beklagte Personalmisere hat unsere Ressourcen erschöpft“, schätzte der GdP-Chef ein. Doch die Aufgaben nehmen zu. Bei den letzten beiden Heimspielen des Drittligisten Hansa Rostock waren jeweils 1300 Beamte im Einsatz. Hinzu kommt die Absicherung einer zunehmenden Zahl von Demonstrationen. Außerdem: „Durch die aktuelle Flüchtlingskrise und die daraus resultierenden zusätzlichen polizeilichen Maßnahmen wird die Situation nochmals erheblich verschärft“, so Schumacher.

Eine Folge sind Krankheiten. Jeder Polizist in Mecklenburg-Vorpommern war im Jahr 2013 durchschnittlich 36,7 Tage krankgeschrieben – doppelt so lang wie der durchschnittliche Mecklenburger und Vorpommer. Das zeigen Zahlen der Techniker Krankenkasse (TK).

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sieht weitere Aufgaben auf die Polizei zukommen: „Mit Blick auf die angekündigten beschleunigten Asylverfahren des Bundesamtes, werden wir auch mehr Polizei brauchen, um unter anderem die Rückführungen derjenigen Asylbewerber sicher zu stellen, die kein Asylrecht bekommen haben und deshalb nicht hier bleiben können.“ Die Polizeistruktur in Deutschland, so Caffier, sei „jahrelang auf Schönwetterlagen ausgerichtet“ worden. Nicht auf Krisen.

Regierungssprecher Andreas Timm sagte: „Die Landesregierung weiß, dass die Polizei derzeit großen Belastungen ausgesetzt ist.“ Der Ministerpräsident und der Innenminister hätten bereits reagiert und der Polizei für das nächste Jahr zusätzliche Stellen ermöglicht.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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