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Personalchefs stellen ein

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erstellt am 25.Mär.2011 | 07:27 Uhr

Schwerin | So gut standen die Jobchancen lange nicht: Fleischer, Berufskraftfahrer, Schweißer, Tischler, Pflegekräfte, Elektroniker, Restaurantfachleute, Gleisbauer, Mechatroniker, Werkzeugmacher - in der Jobbörse der Arbeitsagentur in MV nehmen die Angebote kein Ende. Die Personalchefs stellen wieder ein. Zwar suchten im Februar noch immer 127 000 Mecklenburger und Vorpommer einen Jobs. Gleichzeitig hat die Zahl der offenen Stellen in MV aber einen neuen Höchststand erreicht. Allein im Januar und Februar seien den Arbeitsagenturen 7200 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet worden - knapp 36 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte Jürgen Goecke, Chef der Landesagentur für Arbeit in Kiel mit. Es werden mehr: In den nächsten Monaten sei mit einer Frühjahrsbelebung zu rechnen, meinte Goecke.

Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt: So rechnen die Unternehmen in MV damit, dass die Konjunkturerholung in den kommenden Monaten auf dem Arbeitsmarkt noch spürbarer werde. 15 Prozent der Unternehmen wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, ergab die jüngste Konjunkturumfrage der drei Industrie- und Handelskammern (IHK). Insbesondere das Verarbeitende Gewerbe aber auch der Dienstleistungssektor planten vermehrt einzustellen - jeder vierte Industriearbeitgeber und 16 Prozent der Dienstleister beabsichtigen ihr Personal aufzustocken. Zuversicht macht sich vor allem in Westmecklenburg breit - landesweit gibt es dort die besten Jobchancen. Fast jeder fünfte Betrieb will neue Leute einstellen. In Rostock planen 15 Prozent Neueinstellungen, in Neubrandenburg jede zehnte Firma.

Etwas weniger positiv stellt sich die Situation im Baugewerbe und bei den Handelsunternehmen dar: In beiden Branchen wollen etwas mehr Arbeitgeber ihren Personalbestand reduzieren als neue Mitarbeiter einstellen, heißt es in der Umfrage.

Trotzdem: das Jobangebot ist groß. Bundesweit waren 417 000 Stellen im Februar nicht besetzt - 120 000 mehr als im Vorjahr, so die Bundesagentur für Arbeit. 85 Prozent der Arbeitsstellen könnten sofort besetzt werden - vor allem in Zeitarbeitsunternehmen. Jede dritte offene Stelle kommt aus der Branche. Das Stellenwunder in der Verleiherbranche sieht die Gewerkschaft inzwischen mit Sorge. Wenn im Vergleich der Monate Februar 2011 zu Februar 2010 die Leiharbeit in Mecklenburg-Vorpommern sogar 39-mal stärker zugenommen habe als die Gesamtzahl der Beschäftigten, sei das keine gute Entwicklung, warnte DGB-Landeschef Uwe Polkaehn. Leiharbeit werde insgesamt schlechter bezahlt als reguläre Beschäftigung. "Unsere Forderung nach gleicher Bezahlung der Leiharbeit ist aktueller denn je."


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