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Studenten in Not : Pauken in der Pension?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Studierende beklagen schlechte Ausbildungs- und Lebensbedingungen an Unis und Hochschulen in MV

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 07:47 Uhr

Fehlende Wohnheimplätze, überfüllte Hörsäle und Seminare, steigende Lebenshaltungskosten: Studenten in Mecklenburg-Vorpommern haben zu Beginn des Wintersemesters mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Die Sprecher der Landeskonferenz der Studierendenschaften MV, Stephanie Bachmeier und Erik von Malottki, trugen gestern vor der Presse in Schwerin eine ganze Mängelliste vor: An der Greifswalder Universität fehlten an den naturwissenschaftlichen Fakultäten Laborplätze, Bibliotheken seien so drastisch unterfinanziert, dass eine Einschränkung der Öffnungszeiten drohe. „Wir stehen direkt davor, Institute zu schließen“, so von Malottki, der in der Hansestadt studiert, und als Beispiel für drohende Schließungen das Institut für Slawistik anführt. An der Fachhochschule Neubrandenburg seien Professorenstellen gestrichen worden, Exkursionen fielen wegen Geldmangels aus. Auch in Rostock fehlten Professoren. Studenten müssten sich mit um 10 Prozent gestiegenen Mensapreisen arrangieren. Für das Semesterticket seien Preiserhöhungen von mindestens 20 Prozent im Gespräch. Weil es für Seminare mit 30 Plätzen zum Teil Wartelisten von 300 und mehr Studierenden gebe, sei für viele die Regelstudienzeit nicht einzuhalten. Auch die sehr hohen Durchfall- und Abbrecherquoten seien mit schlechten Studienbedingungen zu erklären, so Stephanie Bachmeier. Und für die wiederum sei die permanente Unterfinanzierung der Hauptgrund – an allen Universitäten und Hochschulen des Landes.

Es sei immerhin ein Lichtblick, dass sich SPD und CDU am Montag im gemeinsamen Koalitionsausschuss darauf geeinigt hätten, den Sanierungsstau in den Studentenwohnheimen in Rostock und Greifswald abzubauen, so Erik von Malottki. In Greifswald gebe es nur für 8 Prozent aller Studierenden Wohnheimplätze – vom Deutschen Studierendenwerk werde eine Quote von 12 Prozent empfohlen. Viele Greifswalder Erstsemester lebten jetzt erst einmal in Pensionen oder Jugendherbergen – ein unhaltbarer Zustand. Da die Mieten in der Hansestadt bundesweit mit die höchsten Steigerungsraten aufwiesen, hätten die jungen Leute aber keine Alternativen.

Das Land, das ab 2015 um annähernd 30 Millionen Euro entlastet werde, wenn der Bund die Bafög-Kosten vollständig übernimmt, müsse umgehend entscheiden, wie das Geld im Bildungsbereich verwendet werden soll, so die Studenten. „Es darf keine Zweckentfremdung der Mittel geben“, fordert von Malottki.

Am 3. November wollen Studierende aus dem ganzen Land in Greifswald auf ihre Probleme aufmerksam machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht dann die Hansestadt.

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