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Mecklenburg-Vorpommern : Pädagogen helfen Kindern vor Gericht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In MV waren 2013 fast 400 Opfer von Sextätern jünger als 14 Jahre

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 07:48 Uhr

Kinder und Jugendliche, die in Mecklenburg-Vorpommern Opfer von sexuellen Übergriffen und von Gewalt geworden sind, sollen vor Gericht mehr Unterstützung bekommen. Dafür wurde an den vier Landgerichtsbezirken in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund jeweils eine Stelle für psychosoziale Prozessbegleitung eingerichtet, teilte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

„Ziel ist es, individuelle Belastungen der Kinder und Jugendlichen im Verfahren zu verringern, drohende neue Traumatisierungen zu verhindern und ihnen Kraft zu geben, um im Prozess aussagen zu können“, sagte die Ministerin. Extra geschulte Sozialpädagogen begleiten die Opfer bei Bedarf zu den Vernehmungen bei Polizei oder Staatsanwaltschaft und bleiben an der Seite der Kinder während des gesamten Prozesses. Seit dieser Woche wird die Möglichkeit in Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend angeboten. Der Landtag hat für zwei Vollzeit- und zwei Halbtagsstellen 17 500 Euro im Jahr zur Verfügung gestellt.


Prozessbegleitung soll Pflicht werden


Nach der aktuellen Kriminalitätsstatistik des Landeskriminalamtes (LKA) waren im vergangenen Jahr 48,1 Prozent der landesweit 799 Opfer von Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch Kinder, 13,8 Prozent waren Jugendliche.

Seit Juli 2010 läuft in Schwerin und Neubrandenburg bereits ein Modellprojekt „Psychosoziale Prozessbegleitung“ bei dem 120 Kinder und Jugendliche betreut wurden. Seit April 2013 sind die Staatsanwaltschaften des Landes angehalten, Opfer auf die Möglichkeit der Prozessbegleitung hinzuweisen.

Außerdem will Justizministerin Kuder, die in diesem Jahr den Vorsitz der Justizministerkonferenz von Bund und Ländern übernommen hat, eine Änderung der Strafprozessordnung. „Die psychosoziale Prozessbegleitung soll nicht länger eine freiwillige Leistung der Länder sein, sondern es sollte darauf künftig ein bundeseinheitlicher Anspruch bestehen“, so die Ministerin.

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