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Studieren in MV : Osten attraktiv für West-Studenten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Jeder dritte Studienanfänger hier hat Abitur in den alten Bundesländern gemacht.

svz.de von
erstellt am 09.Dez.2015 | 06:20 Uhr

Ob in den Universitäten Rostock und Greifswald oder an den Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg: Landeskinder sind unter den Studierenden mittlerweile in der Minderheit. Von 38 511 zum Wintersemester 2014/15 hierzulande studierenden jungen Frauen und Männern kamen nach Angaben des Statistischen Amtes lediglich 15 406 – 39,64 Prozent – aus Mecklenburg-Vorpommern. Den größten Anteil „auswärtiger“ Studierender stellten mit 8,94 Prozent (3443) die Brandenburger, gefolgt von Niedersachsen (7,46 Prozent bzw. 2873) und Schleswig-Holsteinern (7,38 Prozent/2844).

Mittlerweile stammt nach Angaben von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) jeder dritte Abiturient, der an einer ostdeutschen Hochschule ein Studium beginnt, aus den alten Bundesländern. Wie sie gestern in Halle (Saale) erklärte, sei dieser Trend noch vor zehn Jahren schwer vorstellbar gewesen: Damals stammte nur jeder sechste Studienanfänger im Osten aus dem Westen, 2008 sei es noch nicht einmal jeder fünfte gewesen. Heute kämen auf zwei ostdeutsche Studierende, die nach Westdeutschland gingen, durchschnittlich etwa drei westdeutsche in den Osten. Zu dieser positiven Entwicklung hat Wanka zufolge auch eine 2008 ins Leben gerufene Marketingkampagne für die 43 Hochschulen in Ostdeutschland beigetragen, die nun zu Ende geht. Mittlerweile sei das vielfältige Angebot im Osten längst kein Geheimtipp für Studieninteressierte mehr, so Wanka. Und sie betonte: „Den Hochschulstandorten kommt auch angesichts des demografischen Wandels eine entscheidende Rolle als Anziehungspunkt für junge Leute in Ostdeutschland zu.“

Das sieht auch Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) so, für den die stetig steigende Zahl westdeutscher Studierender im Osten absehbar war. Schließlich sei schon seit Jahren analog zu sinkenden Geburtenzahlen die Zahl der Studienanfänger aus MV eingebrochen, „während sich in vielen Hörsälen im Westen die Studenten stapelten“.

Dem Rektor der Rostocker Universität, Prof. Wolfgang Schareck, zufolge kommen in der Hansestadt seit Jahren nur noch die Hälfte der Studentinnen und Studenten aus MV. Das gute Betreuungsverhältnis an ostdeutschen Hochschulen sei sicher ein wichtiger Faktor für die Studienentscheidung. Mit ihren vier interdisziplinären Profillinien würde sich die Universität von anderen abheben und Studenten anziehen. Und: „Unsere Stadt ist lebenswert“, betont der Rektor.

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