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"Urlaub vor der Haustür": Wangeliner Garten : Neun auf einen Streich

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Im kleinen Zaubergarten stehen Pflanzen, die im Mittelalters als schützend oder stärkend galten. Hier wachsen auch Pflanzen mit berauschender, narkotisierender, den Liebestrieb stimulierender oder gar giftiger Wirkung.

Wangelin | "Einen derart attraktiven Ort hätten wir in dieser Gegend nicht vermutet", wundern sich die Schweriner, die auf Einladung des Caritasverbandes den Wangeliner Garten besichtigen. Das hört Gartenleiterin Wera Bluhm nicht zum ersten Mal und verkündet stolz: "Wir haben hier den größten Kräutergarten in ganz Mecklenburg-Vorpommern."

Ihre Gruppe begrüßt sie im lichtdurchfluteten Informationsgebäude, das Café, Imbiss, Toilette und den Gartenladen beherbergt - eine moderne Konstruktion mit Lehmwänden, Kachelofen, Holzpflaster, Solartechnik für Warmwasser und Strom, einem begrünten Dach und einem Wintergarten.

Ihre Führung beginnt Wera Bluhm im Bauerngarten, an den sich sich der Schmetterlingsgarten anschließt.

"Mit Sommerflieder, Tag- und Nachfalterblumen wollen wir hier aufzeigen, wie jeder Gartenbesitzer mit geringem Aufwand eine Lebensgrundlage für Schmetterlinge schaffen kann." Spannend wird es dann in dem Gartenbereich, wo Pflanzen wie die Klette oder das Hornveilchen aufzeigen, mit welchen Tricks sie für ihre Vermehrung sorgen. Pflanzenfarben, Ölgewinnung oder Futter kommen im Gartenteil mit den Nutzpflanzen zur Sprache. Der Duftgarten spricht mit seinen Blüten-, aber auch mit Blattpflanzen wie Ananas-Salbei oder Belegonien mit Zitronenduft vor allem den Geruchssinn an.

Im kleinen Zaubergarten sind Pflanzen zu bewundern, die in der Mystik des Mittelalters als schützend oder stärkend galten. Hier wachsen aber auch Pflanzen mit berauschender, narkotisierender, den Liebestrieb stimulierender oder gar giftiger Wirkung. Der Bereich Heilpflanzen (26 000 Pflanzen, 900 Arten) ist in 14 Beete unterteilt, wobei jedes einer Krankheit gewidmet ist.

Fast 90 Prozent dieser Pflanzen sind in Mitteleuropa heimisch und werden in der Homöopathie, der Volksheilkunde oder in der Aroma-Therapie angewandt. Weithin bekannt ist davon zum Beispiel das Giersch-Kraut, das gegen Gicht und andere Gebrechen wirken soll.

Der Garten "Capitulare de Villis" versetzt in die Zeit zurück, als Kaiser Karl der Große mit einer Planzenliste die Versorgung an seinem Hofe sicherte - zum Beispiel mit der Pastinake, der vita minreichen weißen Mohrrübe, der Vorläuferin unserer Mohrrübe.

Der Naturgarten bietet essbare Pflanzen, die heutzutage meist als Unkraut gelten, aber auch Streuobstbäume, einen kleinen Garten mit Würzkräutern für die heimische Küche und Nisthilfen.

Kinder kommen auf ihre Kosten in einem Weidengeflecht-Labyrinth, das in einen begehbaren Nachbau eines Maulwurfshügels mündet.

Der Wangeliner Garten wird von einem gemeinnützigen Verein betrieben. Er bietet außerdem Fachvorträge, Seminare und andere Veranstaltungen an, zum Beispiel Lesungen bei einem VierGänge-Menü. Im Gartenladen gibt es Brotaufstriche, Seifen, Pflanzen oder den hausgemachten Saft einer befreundeten Mosterei.

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erstellt am 02.Jun.2011 | 07:03 Uhr

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