Schwerin/Rostock : Neue Notunterkünfte entstehen

Ein Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm steht hinter dem Zaun der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst.
Ein Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm steht hinter dem Zaun der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst.

Viele Flüchtlinge wollen weiter nach Skandinavien. Ärzte der Uniklinik Rostock helfen bei Erstaufnahme in MV

svz.de von
12. September 2015, 08:00 Uhr

Die Unterbringung und Betreuung der weiter wachsenden Zahl von Flüchtlingen verlangt den Helfern und Behörden in Mecklenburg-Vorpommern immer größere Anstrengungen ab.

Allein in der Nacht zu gestern kamen nach Angaben des Innenministeriums in der Erstaufnahmestelle in Horst bei Boizenburg 400 Menschen an. Rund 150 von ihnen wurden wenig später mit Bussen nach Rostock gebracht. Aus der Hansestadt fuhren im Laufe des Tages etwa 70 Flüchtlinge per Fähre nach Schweden, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte.

Zunächst war man dort von 200 Weiterreisenden ausgegangen. Offen war aber zunächst, wie viele noch die letzte Fähre des Tages nach Trelleborg um 23.00 Uhr nehmen würden. Am Donnerstag waren bereits zahlreiche Menschen - vor allem Syrer - über Rostock nach Skandinavien gereist. In Rostock versorgten freiwillige Helfer die Flüchtlinge mit Essen und Trinken. Am Fährhafen wurden zwei Zelte zum Unterstellen errichtet.

Um die medizinische Erstversorgung der im Land Ankommenden zu verbessern, werden von Montag an zusätzliche Ärzte und Assistenten in den beiden Erstaufnahmeeinrichtungen eingesetzt. Die Mediziner werden von der Universitätsklinik in Rostock gestellt. Wie das zuständige Sozialministerium mitteilte, sollen sie in Horst und Stern-Buchholz die Eingangsuntersuchungen und Impfungen vornehmen. Die dort bislang von örtlichen Kliniken gestellten beiden Ärzte würden die Behandlung akuter Fälle übernehmen, hieß es. Durch das zusätzliche Personal sollen die medizinischen Untersuchungen schneller erfolgen, um die Flüchtlinge dann rasch in Sammelunterkünfte der Kommunen oder in Wohnungen unterbringen zu können.

Vielerorts werden in Windeseile weitere Notunterkünfte eingerichtet. In Schwerin baute das DRK gestern in einer leerstehenden Schule 150 Betten auf. Die Bundeswehr stellte in der Kaserne Basepohl ebenfalls 150 Plätze bereit. Im Landkreis Rostock sollen ab nächster Woche leerstehende Räume in einer Berufsschule zur Unterbringung genutzt werden.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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