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Neue Hiobsbotschaft für Autofahrer

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erstellt am 08.Apr.2011 | 07:04 Uhr

brüssel/berlin. | Ein neuer Schock für die Autofahrer? Die Europäische Kommission will offenbar Diesel deutlich stärker besteuern als bisher - das könnte nach Medienberichten Mehrkosten von 28 Cent je Liter bedeuten. Nach dem Chaos um E10 warnen deutsche Politiker bereits vor neuen Hiobsbotschaften. Unterdessen kehrt mit Aral der größte Anbieter zum herkömmlichen Superbenzin zurück, will aber auch weiter E10 anbieten. Biosprit, Rekordpreise, Dieselsteuer - was steht den Autofahrern noch bevor? Fragen und Antworten von Rasmus Buchsteiner.

Wieso will die Europäische Kommission die Dieselbesteuerung ändern?

Die europäischen Staats- und Regierungschef hatten die Kommission vor drei Jahren aufgefordert, einen Entwurf zur Reform der Energiesteuern in Europa vorzulegen - auch mit Blick auf die Notwendigkeiten des Klimaschutzes. Mitte nächster Woche sollen die Pläne vorgestellt werden. Im Kern geht es darum, Kraftstoffe künftig nicht mehr nach Menge, sondern nach Energiegehalt zu besteuern, um so eine bessere Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Kraftstoffsorten herzustellen. Bisher liegt der europäische Mindeststeuersatz für Diesel bei 33 Cent je Liter. Nach Medienberichten könnte er deutlich ansteigen, so dass er im Ergebnis 17 Prozent über dem von Benzin liegen würde. Aktuell liegt in Deutschland die Mineralölsteuer für Benzin um 18,4 Cent je Liter höher als für Diesel.

Wie wahrscheinlich ist, dass der Steuersatz für Diesel angehoben wird?

Nach Lage der Dinge spricht wenig dafür, dass sich die Kommission mit ihren Plänen durchsetzen kann. Erklärung: Entscheidungen über solche steuerlichen Fragen müssen in der Europäischen Union einstimmig getroffen werden. Deutschland könnte mit einem Nein eine höhere Dieselbesteuerung verhindern. Von Seiten der deutschen Autoindustrie, die in den letzten Jahrzehnten stark auf Diesel-Fahrzeuge gesetzt hatte, ist scharfer Widerstand gegen die EUPläne der EU-Kommission zu erwarten. Während die Bundesregierung zurückhaltend reagiert, kam aus der FDP scharfe Kritik.

Hat der neue Biokraftstoff E10 noch eine Zukunft?

Verkaufsschlager ist E10 noch lange nicht. Mit Aral hat sich jetzt Deutschlands führender Tankstellenbetreiber entschieden, zusätzlich zu E10 und Superplus mit 98 Oktan wieder herkömmliches Superbenzin anzubieten. Super E5 - also herkömmliches Superbenzin - ist in Deutschland als Bestandsschutzsorte vorgeschrieben und muss von den Tankstellen angeboten werden. Zu geringer E10-Absatz in diesem Jahr könnte dazu führen, dass die Mineralölwirtschaft die vorgeschriebene Biokraftstoff-Quote verfehlt und Strafzahlungen fällig werden.

Werden die Spritpreise steigen?

Der ADAC rechnet bereits mit einem weiteren Anstieg. Ein Liter Superbenzin kostete in dieser Woche durchschnittlich 1,57 Euro, Diesel 1,47 Euro. Das ist nur etwas weniger als zu Zeiten des bisherigen Preishochs im Sommer 2008. Laut ADAC ist der neuerliche Anstieg vor allem auf den Höhenflug des Ölpreises zurückzuführen. Die EU-Kommission rechnet allerdings damit, dass sich Lage auf den internationalen Rohstoffmärkten bald wieder entspannt.


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