Verfallserscheinungen : Mvgida-Organisator Naumann zieht sich zurück

Kundgebung der islamkritischen Bewegung am 9. März in Schwerin
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Kundgebung der islamkritischen Bewegung am 9. März in Schwerin

Begründung: Islamkritische Bewegung erreicht die breite Mittelschicht nicht

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14. März 2015, 08:30 Uhr

Verfallserscheinungen bei Mvgida (Mecklenburg-Vorpommern gegen die Islamisierung des Abendlandes). Der Mitbegründer und Anmelder der islamkritischen Demonstrationen in Schwerin, Stralsund und Rostock, Enrico Naumann, steigt als Organisator aus. Als Begründung sagte er, dass es in den vergangenen Wochen nicht gelungen sei, über Mvgida die breite Mittelschicht der Gesellschaft zu erreichen. „Wir haben es nicht geschafft, diese Leute zu mobilisieren, da die Leute uns direkt in die rechte Schublade gesteckt haben.“ Torsten Sohn, Mitorganisator von Rostock, meint, dass Mvgida nun noch weiter nach rechts rückt und noch radikaler wird. Auch der Rechtsextremismusexperte Günther Hoffmann schätzt ein, dass Naumann im Organisationsteam eher eine gemäßigte Kraft gewesen sei, obwohl auch er in der Vergangenheit an rechten Demonstrationen teilgenommen hatte.

Naumann hatte als Anmelder der Mvgida-Demonstrationen in Schwerin, Rostock und Stralsund in den vergangenen Wochen an der Spitze der Bewegung gestanden. Am kommenden Montag werde er das letzte Mal als Anmelder beim Abendspaziergang in Stralsund agieren, sagte er. Doch auch die bis Anfang Mai angemeldeten Demonstrationen in Schwerin laufen bislang weiter auf den Namen des 38-Jährigen.

Auf der Facebook-Seite von Mvgida hieß es gestern, dass man den Rückzug von Naumann bedauert, dass aber trotz der „organisatorischen Änderung ... alle Veranstaltungen wie gewohnt weiter“ stattfinden würden.

Naumann selbst sieht sich nicht als „Rechter“. „Ich bin ein Patriot, aber kein Nazi“, erklärt der Stralsunder. Ob er künftig weiter als Demonstrant an den wöchentlichen Veranstaltungen teilnehmen werde, ließ er offen. „Das habe ich noch nicht entschieden.“

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