Landwirtschaftsministerium : MV verzichtet auf EU-Geld für Schüler

 In die Schulapfelkisten für  Grund-  und Förderschulen  kommen ausschließlich Früchte aus Mecklenburg-Vorpommern.
In die Schulapfelkisten für Grund- und Förderschulen kommen ausschließlich Früchte aus Mecklenburg-Vorpommern.

Wegen hohen Verwaltungsaufwands keine Beteiligung am Schulobst-Programm

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10. Juli 2014, 07:53 Uhr

Auch im kommenden Schuljahr wird Mecklenburg-Vorpommern sich nicht am EU-Schulobst- und -gemüseprogramm beteiligen. Das geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Ulrike Berger hervor. Begründet wird dies mit dem unverhältnismäßig hohen Abrechnungs- und Verwaltungsaufwand sowie der absehbaren Mehrbelastung der Lehrer.

Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und das Saarland nehmen bereits am EU-Schulobstprogramm teil. Zum neuen Schuljahr haben dem Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge auch Niedersachsen und Bremen Interesse bekundet. Der Grund dafür: Die EU steckt seit Anfang dieses Jahres mehr Geld in das Programm, der Eigenanteil der Länder wurde parallel auf 25 Prozent gesenkt.

Würden sich alle Bundesländer an dem europäischen Programm beteiligen, stünden für MV pro Jahr 344 832 Euro aus EU-Mitteln zur Verfügung, der Eigenanteil des Landes läge dann bei 114 944 Euro. Nehmen nicht alle Länder teil, könnte die Zuwendung für das Land auf bis zu 580 000 Euro steigen – dann müssten bis zu 145 000 Euro kofinanziert werden. Das Landwirtschaftsministerium hat allerdings aus den Erfahrungen anderer Bundesländer bzw. eigenen Erfahrungen mit vergleichbaren Programmen errechnet, dass allein in der Landesregierung der zusätzliche Personalaufwand Kosten in Höhe von etwa 100 000 Euro pro Jahr verursachen würde.

Weil das nicht vertretbar wäre, wird Mecklenbug-Vorpommern sein eigenes, 2010 ins Leben gerufenes Landesernährungsprogramm fortsetzen. Es umfasst für Grund- und Förderschulen die Schulapfelkiste mit Äpfeln ausschließlich aus MV, den aid-Ernährungsführerschein in Klasse 3 sowie das Projekt „Streuobst als Schulobst“ in den Schullandheimen. Im Landeshaushalt sind dafür für 2014 und 2015 jeweils 160 000 Euro eingeplant, das Gros davon, 145 000 Euro, für Schulobst.

Ganz will das Land eine Teilnahme am EU-Programm allerdings nicht ausschließen. Es müsse jedoch künftig praktikabler werden, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium.

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