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Trotz Finanzmarktkrise : MV legt Millionen im Ausland an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land steckt jeden vierten Euro aus Versorgungsfonds in Aktien und -fonds

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 08:01 Uhr

MV spekuliert mit Pensionsrücklagen auf dem Wertpapiermarkt: Trotz der Finanzmarktkrise legt das Land immer mehr Geld aus dem Versorgungsfonds für die Pensionen der Landesbeamten im Ausland an und zieht Kapital aus Deutschland ab. So verdreifachte MV in den vergangenen zwölf Monaten die Anlagen in Schuldverschreibungen und Pfandbriefen in Belgien und den Niederlanden auf rund 19 Millionen Euro, wurde aus dem Finanzministerium jetzt bekannt. Im Sommer vergangenen Jahres hatte das Land lediglich 6,5 Millionen Euro in Staatsanleihen in Belgien angelegt. Gleichzeitig sank das Investment in Anleihen von Bundesländern und Pfandbriefen in Deutschland um 3,7 auf 56,3 Millionen Euro.

Zumindest für die nach 2008 in den Landesdienst eingetretenen Beamten sorgt das Land vor, baut einen Versorgungsfonds auf, für den Beamte von ihren Besoldungserhöhungen 0,2 Prozent einzahlen. Der Gesamtfonds verfügte Mitte Juni nach Angaben des Finanzministeriums über einen Marktwert von 110 Millionen Euro – 22,7 Millionen Euro mehr als vor einem Jahr. 15,3 Millionen steuerte MV in den vergangenen zwölf Monaten aus dem Landeshaushalt bei, so das Finanzministerium. Dabei spekuliert das Land auch verstärkt auf dem Börsenparkett. Mit 24,7 Millionen Euro hat MV fast jeden vierten Euro aus dem Fonds in Aktien oder -fonds gesteckt – 4,3 Millionen Euro mehr als Mitte 2013.

Land und Beamte sehen trotz der Risiken auf den Kapitalmärkten das Geld gut angelegt: Mit den Anlageformen könne man leben, meinte Thomas Krupp, Vize-Landeschef des Beamtenbundes. Zulässig seien nur Anlagen mit einem Mindestrating AA- bzw. Aa3, teilte das Finanzministerium gestern mit. Die Voraussetzungen würden von Belgien und den Niederlanden erfüllt, das Ausfallrisiko sei gering. Zudem sei vereinbart, dass nicht mehr als 25 Prozent des Fonds in Aktien angelegt würden – im Dow Jones, Euro Stoxx 50 und im Dax. Krupp forderte das Land auf, den Versorgungsfonds für Pensionen einzusetzen und nicht wie in anderen Bundesländern zum Stopfen von Haushaltslöchern zu nutzen.

MV muss für seine 14 000 Landesbeamten in den kommenden Jahren mit steigenden Pensionslasten rechnen. Ende 2012 stand das Land für Versorgungsleistungen mit 4,8 Milliarden Euro in der Pflicht. Damit hatten die Pensionszusagen ein Volumen erreicht, das zwei Dritteln des Landes-Jahresetats entspricht.


 

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