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Mordversuch aus Inzestliebe vor Gericht

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erstellt am 29.Jan.2010 | 06:15 Uhr

Stralsund | Vor dem Stralsunder Landgericht hat gestern der Prozess gegen den mutmaßlichen Messerstecher von Breechen begonnen. Der 42-jährige Angeklagte Uwe N. aus Züssow steht unter dem dringenden Tatverdacht, Anfang September den 21-jährigen Freund seiner 22-jährigen Tochter mit vier Messerstichen lebensgefährlich verletzt zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte am 4. September 2009 den 21-jährigen Lebensgefährten seiner Tochter töten wollen, um das intime Verhältnis zu seinem Kind fortsetzen zu können. Dazu soll er den jungen Mann, der mit der Tochter des Angeklagten zur Tatzeit in Itzehohe lebte, unter einem Vorwand zu einer Fahrt nach Vorpommern eingeladen haben. Nach einem heftigen Streit im Auto habe der Angeklagte dem Opfer bei einem Halt zunächst Handschellen angelegt und es schließlich in den Kofferraum verfrachtet. Angekommen an der Peene, habe er mit einem Messer mehrfach auf ihn eingestochen und die Tatwaffe im Fluss versenkt. Der mutmaßliche Täter habe erst von seinem Opfer abgelassen, als dieses sich tot stellte.

Blutüberströmt war das Opfer in den frühen Morgenstunden des Tattages schließlich vor einem Haus in Breechen aufgetaucht. Eine Anwohnerin verständigte daraufhin die Polizei. Bereits in den frühen Abendstunden des 4. Septembers konnte der Verdächtige in Itzehoe festgenommen und am darauffolgenden Tag einem Richter vorgeführt werden.

"Anhand der genauen Angaben des Täters konnten wir ziemlich schnell die Tatwaffe aus der Peene bergen", erinnert sich der Sprecher der Polizei in Anklam, Axel Falkenberg, an eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Fall fiel damals in den Zuständigkeitsbereich der Anklamer Beamten.

Die Sichtverhältnisse seien Mitte September des vergangenen Jahres in der Peene so schlecht gewesen, dass Taucher stundenlang mit Händen den Grund des Flusses abtasten mussten. Lange lag das Motiv für die Tat im Dunkeln, bevor schließlich die verworrenen Familienverhältnisse aufgedeckt werden konnten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Verdächtige die Vorwürfe im wesentlichen gestanden. Weiter wird ihm schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der mutmaßliche Täter soll dem 21-jährigen Opfer Handy und Geldbörse gestohlen haben.

Der Prozess ist auf weitere drei Fortsetzungstermine angesetzt. Der zweite Verhandlungstag beginnt heute um 9 Uhr im Stralsunder Landgericht. Insgesamt sollen 19 Zeugen und vier Sachverständige vernommen werden. Für das Inzestdelikt hat die Staatsanwaltschaft ein gesondertes Verfahren eröffnet.

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